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Stand: 12.03.2015

Brasilien: Wenn sich der Mensch das Wasser abholzt

Schon heute ist die Lage dramatisch; wie es weitergehen soll, ist kaum vorstellbar. Den Megastädten Brasiliens geht das Wasser aus, Millionen Brasilianer sitzen auf dem Trockenen. Der WWF weiß: Es ist ein von Menschen gemachtes Problem.

Dürre in Brasilien © Adriano Gambarini / WWF Brasilien
Dürre in Brasilien © Adriano Gambarini / WWF Brasilien

Über dem Amazonas bildet sich zu wenig Regen. Grund ist die zunehmende Entwaldung. Sie führt dazu, dass sich über dem schon zur Hälfte abgeholzten Cerrado, der Savanne Südamerikas, ein stabiles Wetterhoch bildet. Dadurch fällt seit Jahren weiter im Süden viel zu wenig Regen.

Es ist eine Jahrhundertdürre: São Paulo und immer stärker auch Rio haben nicht mehr ausreichend Wasser für ihre Bewohner. Forschungsergebnisse belegen diese Zusammenhänge von Entwaldung und Wassermangel. 

Wenn Millionen auf dem Trockenen sitzen

Zu wenig Regen wegen Entwaldung © iStock / Getty Images
Zu wenig Regen wegen Entwaldung © iStock / Getty Images

„Es regnet schon seit vier Jahren deutlich unter dem langjährigen Mittelwert“, sagt WWF-Brasilien-Experte Roberto Maldonado. Längst aber sinken nicht nur die Pegel der Stauseen rund um São Paulo, sondern in der Megacity Brasiliens wird das Wasser derart knapp, dass Rationierungen drohen. Schon jetzt ist in kleineren Städten um São Paulo die Trinkwasserversorgung nicht mehr konstant. Bauern klagen, dass ihre Felder vertrocknen, Wasserkraftwerke wurden abgeschaltet, schon bald könnte es so zu Stromausfällen kommen. Die gesamte Wirtschaft leidet. Die Strompreise wurden bereits Anfang 2015 erhöht und weitere Preisanstiege drohen, auch bei Lebensmitteln.

Wald bedeutet Wasser

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff versucht, sich mit einer Kampagne gegen Wasserverschwendung aus der Affäre zu ziehen. Nachhaltige Konzepte zur Lösung des Problems fehlen dagegen. Und so sinkt in Brasilien mit den Pegeln auch die Stimmung auf ein Rekordtief. „Millionen Menschen zahlen jetzt den Preis für das Gewinnstreben von Wenigen, das hinter der massiven Abholzung steckt“, sagt Roberto Maldonado. „Wald bedeutet Wasser – und die Entwaldung fordert nun ihren Tribut, indem der Regen ausbleibt“.

Jahrhundertdürre im Großraum von São Paulo (Brasilien) - Wassermangel im Wasserrückhaltesystem Cantareira © Landsat 8 (OLI), courtesy of the U.S. Geological Survey
Jahrhundertdürre im Großraum von São Paulo (Brasilien) - Wassermangel im Wasserrückhaltesystem Cantareira © Landsat 8 (OLI), courtesy of the U.S. Geological SurveyLupe

Der WWF sieht sich ein weiteres Mal in seinem Kampf gegen die Abholzung des Amazonas bestätigt. Gegen weitere Entwaldung, gegen Gesetzeslockerungen im Umweltschutz, für Schutzgebiete wie die 7.000.000 Hektar am Fluss Juruena. „Eigentlich zeigen Dürren wie in Brasilien oder auch Kalifornien sehr klar was passiert, wenn man mit der Natur spielt“, sagt Maldonado. Aber nur eigentlich: Denn anstatt gegen die Ursachen der Trockenheit vorzugehen und die Entwaldung zu stoppen, setzt etwa der Gouverneur von São Paulo, Geraldo Alckim, auf Göttlichen Beistand. Gott sei Brasilianer und werde schon für Regen sorgen, so der Gouverneur Anfang des Jahres.

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Ein Juwel
am Amazonas
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