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Stand: 29.09.2014

Erfolg: Bau von zwei Wasserkraftwerken im Juruena Nationalpark gestoppt

Etappensieg am Amazonas: Dem WWF ist es gelungen, den Bau von zwei Wasserkraftwerken im Juruena-Nationalpark vorläufig zu stoppen. Damit werden 40.000 Hektar Regenwald vor der Flutung geschützt. Mindestens bis 2023 soll der Urwald von dem gigantischen Bauprojekt verschont bleiben – ein großer Erfolg.

Juruena-Nationalpark @ Zig Koch / WWF
Juruena-Nationalpark @ Zig Koch / WWF

Die Kehrtwende der brasilianischen Regierung kam schneller als gedacht. Im Juni noch waren die beiden Wasserkraftwerke im artenreichen Juruena-Nationalpark fester Bestandteil des Energieplans. Mit fünf Gigawatt sollten sie so viel Energie liefern wie vier Atomkraftwerke – und das mitten im Urwald, tief im viertgrößten Nationalpark des Landes.

 

„Das Problem ist, dass Wasserkraft nicht unbedingt eine saubere Form der Energiegewinnung ist“, sagt WWF-Experte Roberto Maldonado. „Der Nationalpark Juruena zählt zu den artenreichsten Gegenden der Erde. Er beherbergt 42 bedrohte Arten, von denen etliche nur dort vorkommen. Auch zahlreiche Gebiete indigener Minderheiten wären in den Fluten versunken.“

Teles Pires-Wasserkraftwerk © Adriano Gambarini / WWF
Teles Pires-Wasserkraftwerk © Adriano Gambarini / WWF

Der WWF arbeitete mit der großangelegten Kampagne „SOS Juruena“ dagegen. Medien wurden mobilisiert, eine weltweite Online-Petition gestartet, Politiker überzeugt. Mit Erfolg: Knapp vier Monate später hat die brasilianische Regierung nun einen neuen Energieplan vorgelegt, in dem bis 2023 keine Wasserkraftwerke im Juruena-Nationalpark vorgesehen sind.  

 

„Wir haben so sehr gekämpft und jetzt fühlt es sich einfach wahnsinnig gut an“, freut sich WWF-Amazonasexperte Roberto Maldonado, der die Arbeit der brasilianischen Kollegen von Deutschland aus unterstützt hat. „Eine Fläche von 40.000 Hektar rettet man nicht jeden Tag. Ich bin erleichtert und einfach nur glücklich über diesen Erfolg.“   

 

Allerdings seien Wasserkraftwerke im Amazonas damit nicht grundsätzlich vom Tisch, warnt Maldonado. Denn zum einen kann die jüngste Entscheidung bei einer Neuauflage des Energieplans wieder rückgängig gemacht werden. Zum anderen geht es darum, den Juruena- Nationalpark auch über 2023 hinaus zu erhalten. „Hier liegt noch sehr viel Arbeit vor uns“, sagt Roberto Maldonado. „Unsere Kampagne hat jedoch gezeigt, wie stark die Stimme der Zivilgesellschaft in Brasilien ist. Für die Regierung wird es immer schwieriger werden, die Einwände der Bevölkerung zu ignorieren.“

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Ein Juwel
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