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Stand: 07.11.2016

Nord-Amazonas-Region – Lebensader des mächtigen Amazonas

Amazonien ist eine Region der Superlative. Sie beherbergt den größten Regenwald, den wasserreichsten Fluss und 10 Prozent aller weltweit bekannten Tier- und Pflanzenarten. Der WWF arbeitet seit 1971 für den Schutz dieses Öko-Paradieses. Das Nord-Amazonas-Programm konzentriert sich auf das kolumbianische und ecuadorianische Amazonas-Gebiet und einen Teil des Orinoco-Beckens. Diese Region beherbergt eine außerordentlich hohe Artenvielfalt und ist von großer Bedeutung für das gesamte Amazonas-Ökosystem.

Putumayo-Gebiet als Teil des Nord-Amazonas-Region © WWF Kolumbien
Putumayo-Gebiet als Teil des Nord-Amazonas-Region © WWF Kolumbien

Acht große Nebenflüsse des mächtigen Stroms haben in der Projektregion ihren Ursprung. Ohne ihren kontinuierlichen Zulauf kann das empfindliche Gleichgewicht des Amazonas in Schieflage geraten. Sie sind Lebensraum der bedrohten Flussdelfine und der Wandernden Welse. In den Berghöhen der Anden streifen Bergtapire und Andenbären umher. Die Auwälder bieten dem Jaguar einen seiner letzten Rückzugsorte. Die Flüsse und Wälder sind auch die Heimat von fast zwei Millionen Menschen, darunter 68 indigene Gruppen, die zum Teil noch sehr traditionell leben.

Einzigartige Artenvielfalt

Karte des Nord-Amazonas-Programms © WWF
Karte des Nord-Amazonas-Programms © WWFLupe

In der nördlichen Amazonasregion treffen Anden und Amazonas aufeinander. Dadurch ist die Flora und Fauna besonders vielfältig. Viele endemische Arten kommen hier vor, also Pflanzen und Tiere, die es nur hier gibt.

 

Lage: Zum Nord-Amazonas-Programm gehört der gesamte kolumbianische und ecuadorianische Amazonas und ein Teil des Orinoco-Beckens in Kolumbien.

 

Fläche: Die Region umfasst fast 64 Millionen Hektar. Das entspricht in etwa der Größe Frankreichs.

 

Lebensraum: In den Schutzgebieten leben 674 Vogelarten, 158 Reptilien, 212 Säugetiere, 753 Fischarten und 6294 Pflanzenarten. Sie sind Lebensraum der bedrohten Flussdelfine und der Jaguare.

Wirtschaftlicher Großangriff mit drastischen Folgen

Straße durch das Amazonas-Gebiet in Kolumbien © Roberto Maldonado / WWF
Straße durch den Amazonas in Kolumbien © Roberto Maldonado WWF

Jahrtausendelang lebten die indigenen Gruppen in Kolumbien und Ecuador in einem intakten Ökosystem. Als Mitte des 20. Jahrhunderts die ersten größeren Gebiete besiedelt wurden, geriet die Natur aus dem Gleichgewicht. In großem Stil werden seitdem Bodenschätze wie zum Beispiel Gold und Erdöl abgebaut bzw. gefördert. Eisen und andere Erze könnten in Kolumbien bald folgen. Die Goldgewinnung wird vom Staat kaum überwacht und verunreinigt die Gewässer mit Chemikalien und Schwermetallen. Hinzu kommen bereits vorhandene oder sich noch im Bau befindenden Straßen und Wasserwege.


Das größte Problem in der Region ist die rücksichtslose Abholzung des tropischen Regenwaldes. Um Felder für Ackerbau, insbesondere für Subsistenzlandwirtschaft aber zunehmen auch für Palmölanbau, und vor allem Weiden für Viehzucht zu gewinnen, werden seit Jahrzehnten gigantische Waldflächen vernichtet. Die dünne Humusschicht der Böden ist schnell ausgelaugt und die Herden müssen weiterziehen. Brachliegende Böden erholen sich erst nach vielen Jahren. Die Folgen des wirtschaftlichen Großangriffs auf beide Länder sind längst spürbar. Extreme Dürren und Überschwemmungen sind erste Anzeichen dafür, dass der Raubbau an der Natur das Klima verändert hat. Oberstes Ziel des WWF ist es daher, der Bevölkerung die Bedrohungen bewusst zu machen und ihnen zu zeigen, wie sie die biologische Vielfalt ihrer Heimat erhalten und dabei trotzdem ihre Lebensverhältnisse verbessern können.

Unsere Vision & Mission

Vision: Eine gesunde Nord-Amazonas-Region ist von großer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht des gesamten Amazonas-Gebietes.


Mission: Bis zum Jahr 2020 sollen in der Nord-Amazonas-Region 20 Millionen Hektar Wald, Flüsse und Süßwasserbereiche geschützt werden, damit sie ihre ökologische Funktionalität und die biologische Vielfalt bewahren und weiterhin die Lebensgrundlagen für die lokale Bevölkerung bereitstellen können.

Erste Erfolge

Im Rahmen des Nördlichen Amazonas Programms (NAP) konnten die ersten 120 Waldhüter ausgestattet werden, um Teile der Nebelwälder in Kolumbien, das Cuyabeno Reservat in Equador und das Inirida Ramsar Schutzgebiet in Kolumbien zu schützen. Die Wildhüter sind ehemalige Wilderer, Köhler von den Andenhängen und Indigene aus Cuyabeno und Inirida.

Die ersten beiden versprechen sich alternative Einkommensmöglichkeiten durch Tourismus, während die Indigenen versuchen, Wald, Wild- und Zierfische vor Übernutzung durch Fremde zu schützen. Zu der Ausstattung gehören: 20 Fotofallen, Feldküchen, Jacken, Regenponchos, wasserfeste Rucksäcke, Stirnlampen und T-Shirts. In Inirida soll des Weiteren auch ein Kontrollposten gebaut werden. Die Rundgänge der Waldhüter halten Wilderer zunehmend fern und die gewonnenen Daten sollen systematisch zum Monitoring von Arten genutzt werden. Vor kurzem gelang eine kleine Sensation: Zwei schwarze Jaguare wurden von einer Kamerafalle fotografiert.

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Ein Juwel
am Amazonas
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