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Hilfe für Ökoregion

Trotz ständiger kriegerischer Auseinandersetzung, wie zuletzt im Spätsommer 2008 zwischen Georgien und Russland, führt der WWF seit fast 20 Jahren beharrlich Naturschutzprojekte in der Ökoregion Kaukasus durch – mit wachsendem Erfolg.

Extrem bedroht - Der Kaukasus-Leopard. © David Lawson / WWF UK
Extrem bedroht - Der Kaukasus-Leopard. © David Lawson / WWF UK

1992 wurde in Tiflis das erste Projektbüro eröffnet, es folgten weitere Büros in Aserbaidschan (Baku) und Armenien (Erewan). Mit den nationalen Projektbüros des WWF Türkei und WWF Russland entstand ein grenzübergreifendes WWF-Netzwerk für den Naturschutz, das von regionalen, nationalen und internationalen Partnern (Umweltministerien, Organisationen, Unternehmen) unterstützt wird.

 

Gemeinsam wurden seit 1995 rund 900.000 Hektar als Schutzgebiete erfolgreich ausgewiesen und vernetzt, viele davon mit direkter Beteiligung und Unterstützung des WWF. Damit erhöht sich die gesamte geschützte Fläche im Kaukasus auf rund 5,5 Millionen Hektar – ein Gebiet von der Größe Baden-Württembergs und Rheinland-Pfalz’ zusammen. Außerdem wurde die Wilderei bekämpft und illegaler Holzeinschlag unterbunden. 

 

Zwischen 2000 und 2005 erstellte der WWF mit Expertenbeteiligung einen ökoregionalen Naturschutzplan mit festen Zielen, der nun als Leitfaden in der Region sowohl für die Regierungen als auch für die vielen Nichtregierungsorganisationen dient. Vor allem der mit WWF-Hilfe 2001 errichtete 76.000 Hektar große Borjomi-Kharagauli-Nationalpark in Georgien gilt als Vorbild für ein modern ausgerüstetes und geführtes Naturschutzgebiet.

 

Heute wird der Borjomi-Kharagauli-Nationalpark ebenso wie andere Schutzgebiete aus einem Schutzgebietsfonds für den Kaukasus mitfinanziert, der mit Hilfe des WWF, Conservation International (CI) und des Bundesministeriums für Entwicklungszusammenarbeit (BMZ) eingerichtet wurde. Der Fonds bezahlt die Verwaltungskosten des Nationalparks bis maximal zur Hälfte. Der andere Teil muss von den zuständigen Behörden getragen werden.

Um im gesamten Kaukasus das Netz der insgesamt 250 Schutzgebiete weiter zu verdichten, kümmert sich der WWF um die Ausweisung weiterer Reservate. Der Nationalpark Lake Arpi wurde bereits vom armenischen Parlament beschlossen. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes des BMZ, der Kreditbank KfW und der zuständigen Ministerien erstellt der WWF inzwischen auch dort einen Managementplan. Der Nationalpark Javakheti in Georgien hingegen steckt noch im Planungsprozess.

 

Besonderen Wert legen der WWF und seine Partner dabei auf die Mitsprache und direkte Beteiligung der Bevölkerung. Denn ein wirkungsvoller Schutz des fragilen Bergökosystems kann nur gelingen, wenn sich für die Menschen, die hier unter extrem harschen Umweltbedingungen leben – in den Wintermonaten sind auch tagsüber Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius keine Seltenheit –, durch eine Nationalparkausweisung auch die Lebensbedingungen verbessern. 

 

Daher soll  auch im Rahmen des Projektes gezielt die ländliche Entwicklung in einer um den Nationalpark liegenden Entwicklungszone gefördert werden, um den Menschen eine langfristige Perspektive zu bieten. Beispielsweise durch Hilfe in der Vermarktung und Qualitätsverbesserung regionaler Produkte wie Käse, Fleisch und Honig, wenn sie auch umweltfreundlich erzeugt sind: etwa durch weniger Tiere pro Hektar oder Beweidung nur auf ausgewiesenen Flächen. Ziel sind vorerst die lokalen Märkte. Damit könnte die Bevölkerung ein nachhaltiges Einkommen erzielen und zugleich die Landschaft geschont werden. 

Tourismus im Kaukasus. © Frank Mörschel / WWF
Tourismus im Kaukasus. © Frank Mörschel / WWF

Erhalt der Artenvielfalt

Maßnahmen wie Schutzgebietausweitung, Bekämpfung der Wilderei, Ausbildung von Fachpersonal und Sensibilisierung der Bevölkerung durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Förderung einer nachhaltigen Landnutzung sind Werkzeuge im Kampf gegen das weitere Verschwinden von Arten und ihrer Lebensräume. 

 

Tierarten, die aufgrund menschlicher Einflüsse auf kleine isolierte Rückzugsgebiete zurückgedrängt wurden, sollen durch Wiedereinbürgerungsprogramme neu angesiedelt werden. Ein Beispiel auch für die länderübergreifende Zusammenarbeit ist ein Projekt zur Wiedereinbürgerung der Bezoarziege im Borjomi-Kharagauli-Nationalpark, Georgien. Die gefangenen Tiere stammen aus armenischen Populationen und sollen den Grundbestand für eine neue Population im georgischen Nationalpark bilden.

 

Ähnliche Bestrebungen gibt es im Nordwesten des Großen Kaukasus, in Russland. Hier sollen die seltenen Kaukasus-Leoparden wiederangesiedelt werden.

Spenden Sie mit der Spendenkarte für artenreiche Wälder im Kaukasus und erhalten Sie ein persönliches Waldschützer-Zertifikat.

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