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Mehr Schutz für ein außergewöhnliches Gebirge

Naturschutzgebiete sind ein wichtiger Eckpfeiler zur Erhaltung der Biodiversität im Kaukasus. Deshalb engagiert sich der WWF ganz besonders, neue Schutzgebiete auszuweisen und bestehende zu erweitern und besser zu schützen.

Bienenfresser. © H. Müller / WWF
Bienenfresser. © H. Müller / WWF

In der gesamten Ökoregion stehen bis heute 5,5 Millionen Hektar (über 10 Prozent der gesamten Fläche der Ökoregion) unter Schutz, wovon seit 1995 knapp 900 000 Hektar (eine Fläche halb so groß wie der Freistaat Sachsen) geschützt wurden. In den kommenden Jahren (2008-2010) sollen mindestens 300.000 Hektar dazukommen. Schutzgebiet ist aber nicht gleich Schutzgebiet. Einige unterliegen einem Totalschutz: Keinerlei menschliche Aktivitäten sind erlaubt. Andere wiederum lassen bestimmte nachhaltige Nutzungen zu. Auch die Größen variieren  von einem Hektar bis zu 525.750 Hektar.

 

Ein besonderer Schwerpunkt der WWF Arbeit richtet sich auf die Erweiterung und Verbindung von drei existierenden Schutzgebieten im westlichen Teil des russischen Großen Kaukasus. Der Solchinsky Nationalpark, das Kavkazsky Biosphärenreservat und das aus zwei Teilen bestehende Teberdinsky-Reservat sollen zu einem zusammenhängendem Schutzgebietskomplex mit einer Gesamtgröße von rund 700.000 Hektar vergrößert werden.

 

Funktionen

Die Aufgaben  von Schutzgebieten sind sehr facettenreich. In erster Linie sollen sie die Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten langfristig vor menschlichen Einflüssen schützen und ihren natürlichen Reichtum bewahren. Sie sind somit Refugien, Rückzugsgebiete für die vielen, heimischen Arten des Kaukasus, die zum Teil ausschließlich hier vorkommen (Endemiten). Darüber hinaus finden sich im Kaukasus wichtige Rastplätze für Zugvogelarten.

 

Die atemberaubende Wildnis im Kaukasus gewinnt aber auch zunehmend an Interesse für den Tourismus sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für internationale Touristen. Um diese Bedürfnisse zu befriedigen fördert der WWF einen sanften, schonenden und gelenkten Tourismus, der die Naturschutzziele aber nicht beeinträchtigt. Ein wichtiger Randeffekt dieser Bestrebungen ist die Schaffung  neuer  Einkommensquellen für die Bevölkerung in der strukturschwachen Region.

 

Zusätzlich leisten Schutzgebiete mit ihrer Infrastruktur (z.B. Informationszentren in den Nationalparken) einen wichtigen Beitrag zur Umwelterziehung und Sensibilisierung der Bevölkerung für die Belange des Naturschutzes.

 

Vernetzung

Um langfristig zu vermeiden, dass die Wildnis im Kaukasus im Laufe der Landentwicklung zu voneinander isolierten „Schutzgebietsinseln“ schrumpft, stellt die Vernetzung durch so genannte Biokorridore ein elementares Ziel der WWF-Bemühungen dar. Diese Korridore lassen den Austausch von wandernden Arten zu.

 

Arten wie der Kaukasusleopard benötigen riesige Streifgebiete, die eine Fläche von über 500 Quadratkilometern für ein einzelnes Tier umfassen kann. Um ausreichend Lebensraum für eine gesunde und überlebensfähige Population zu sichern, sind Biokorridore eine „ grüne Brücke“ zwischen den Schutzzonen.

Ein funktionierendes Schutzgebietsnetz kann nur durch eine gute internationale Zusammenarbeit der Kaukasusländern aufgebaut werden. Dies ist hinsichtlich der teils noch gespannten politischen Situation in der Region oft nicht einfach aber auch hier werden durch die Initiative des WWF „neue Brücken gebaut“.

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