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WWF begrüßt Entscheidung der tansanischen Regierung

Am 23. Juni 2011 gab der tansanische Umweltminister Ezekiel Maige in einem Schreiben an die UNESCO bekannt, dass sein Land keine Fernstraße durch die Serengeti bauen werde. Die Pisten dort dürfen damit weiterhin nur für Touristen und administrative Zwecke genutzt werden, keinesfalls aber für den Fernverkehr.

© Michael Poliza / WWF
© Michael Poliza / WWF

Damit ist ein Vorhaben vom Tisch, dass die Wanderung von Millionen Säugetieren dauerhaft beeinträchtigt hätte. Der WWF begrüßt den Verzicht auf die Straße mitten durch das weltberühmte Schutzgebiet. Die Umweltorganisation hatte hat in den vergangenen Monaten von seinen Projektbüros in Tansania und Kenia aus gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und afrikanischen Partnerorganisationen intensive Lobbyarbeit gegen das Straßenbauvorhaben betrieben.

„Es ist gelungen, die Regierung davon zu überzeugen, dass es Alternativen zu der geplanten Straße gibt. Alternativen, die die Gefahr für dieses wichtige Ökosystem reduzieren,“ sagte Mohammed Awer vom WWF gegenüber dem ZDF. „Wir sehen das als Reaktion des Präsidenten auf Druck von außen, durch die Presse und durch viele Betroffene auf allen Ebenen, lokal und international.“

Tansania plant zwar mehrere Straßen in der Umgebung des Nationalparks und hat noch keine definitive Enrtscheidung für die eigentlich sinnvollste Alternative, die Süd-Umgehung, getroffen. „Es ist daher noch zu früh, um diese Entscheidung feiern zu können, da wir nicht genau wissen, wie die Alternativ-Straßen aussehen werden und welche Konsequenzen diese auf die Serengeti haben werden", warnte WWF-Mann Awer. Solange die große alternative Umgehungsstraße im Süden nicht konkret angegangen und gebaut wird, ist nicht gesichert, dass wirklich der Verkehr nicht über kurz oder lang doch mitten durch die Serengeti gehen wird. Doch für die kommende Zeit ist die Gefahr nun gebannt. Vor allem hat die tansanische Regierung selbst nun offiziell auch die südliche Trasse als Alternative ins Spiel gebracht.

Deshalb arbeitet der WWF vor Ort mit seinen Partnern daran, dass in Zukunft die Pläne zur Entwicklung von Infrastruktur rund um die Serengeti weiterhin sehr genau auf ihre Umweltverträglichkeit hin geprüft werden, vor allem auf mögliche Störungen der großen Säugetierherden.

Hintergrund: Der Kreislauf des Lebens

1,2 Millionen Gnus sind jedes Jahr in Ostafrika auf einem 500 Kilometer langen Rundkurs unterwegs. Er führt von der Serengeti-Steppe im Süden zur Savanne der Masai-Mara im Norden und zurück. Den Gnus folgen 400.000 Thomson-Gazellen und mehr als 250.000 Zebras. Sie alle ziehen das ganze Jahr auf der Suche nach frischem Wasser und Gras durch Steppe, Buschland und Wälder. An ihre Hufe heften sich Löwen, Geparden und Leoparden, Hyänen, Schakale und Geier. Beim Durchqueren der Flüsse warten Krokodile auf sie. Diese Wanderung, sagen die Einheimischen, ist „so alt ist wie die Hügel“.

 

Auf ihrem Weg nach Norden weiden die Gnus das hohe vertrocknende Gras ab und regen es so zu neuem Wachstum an. Das frische Grün bildet die Nahrungsbasis der Thompson-Gazellen, die den Gnus Wochen später folgen und sich nur von den frischen Grashalmen ernähren, die nach der Beweidung durch die Gnus wachsen.

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