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Stand: 22.07.2013

Die Heimat der Berggorillas

Die Virunga-Berge umfassen eine Kette von acht Vulkanen, die im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Ruanda und Uganda liegen und sich entlang des zentralafrikanischen Grabenbruchs erstrecken. Die Vulkankette ist mit tropischem Bergregenwald bedeckt.

Berggorilla-Silberrücken. © Ralph Frank / WWF
Berggorilla-Silberrücken. © Ralph Frank / WWF

Bereits 1925 wurde der Virunga Nationalpark gegründet, der nicht nur der älteste Nationalpark Afrikas ist, sondern auch zu den artenreichsten Regionen dieses Kontinents zählt. Die Virungaberge sind Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas: Etwa ein Fünftel (ca. 150 Tiere) der Gesamtpopulation von 700 Individuen lebt im südlichen Teil des Virunga-Nationalparks

Wegen des starken Bevölkerungswachstums (420 Menschen leben pro Quadratkilometer) wird Gorillalebensraum in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt oder für Brennholz gerodet. Für über 96 Prozent der Menschen ist Holz, das sie auch in den Gorilla-Schutzgebieten sammeln, die einzige Energiequelle. Etwa 300.000 Flüchtlinge leben zurzeit im Osten der DR Kongo. Flüchtlingslager wurden auch unweit des Virunga-Nationalparks errichtet.

 

Ein Nationalpark wird verheizt

Das Schutzgebiet liegt in einer krisengeplagten und politisch instabilen Region. Flüchtlingsströme haben die Bevölkerungsdichte in der Region drastisch erhöht. Auch der Druck auf die natürlichen Ressourcen ist dramatisch angestiegen. Es wird deutlich mehr Feuerholz und Holzkohle benötigt als auf natürliche Weise nachwachsen kann, denn der größte Teil der Bevölkerung ist von Holz als primäre Energiequelle abhängig. Die flächendeckende Entwaldung und der illegale Holzeinschlag macht auch vor den Grenzen zum Virunga Nationalpark keinen Halt. Die Lösung des Energieproblems ist eine der wichtigsten Herausforderungen für den WWF, der bereits seit über 20 Jahren in dieser Region aktiv ist.

© Michael Poliza / WWF
© Michael Poliza / WWF

Hilfe für die seltenen Menschenaffen

Berggorillas zählen zu den am meisten bedrohten Säugetieren der Welt und werden auf der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Die letzten rund 700 Berggorillas leben in zwei versprengten Populationen: Etwa 380 Tiere sind noch in Schutzgebieten der Virunga-Berge im Dreiländereck von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo zu finden. Die zweite Population lebt in Uganda in den Wäldern des Bwindi Impenetrable- Nationalparks.

 

WWF-Projektziele

Sicherung des Virunga-Nationalparks und positive Bestandsentwicklung der Gorillapopulation durch:

  • Einführung feuerholzsparender Öfen. Derzeitiger Bedarf an Holzkohle in Goma: 45.000 Tonnen pro Jahr
  • Weitere Förderung und Anlage von Feuerholzplantagen
  • Umwelterziehungsprogramm für die lokale Bevölkerung
  • Unterstützung der kongolesischen Nationalparkverwaltung

 

Energiesparkocher und Energiewälder retten die Heimat der Berggorillas

Zusammen mit der urbanen Bevölkerung Gomas und insbesondere durch Einbeziehung lokaler Frauengruppen konnte der WWF zusammen mit lokalen Handwerkern neue, verbesserte Öfen, die für die Verwendung von Holz, aber auch Holzkohle genutzt werden können, entwickeln. Die verbesserten Öfen haben gegenüber traditionellen Kochstellen eine gesteigerte Energieeffizienz und können somit bis zu 30 Prozent Brennmaterial einsparen.

Damit die Kocher zu einem konkurrenzfähigen und marktüblichen Preis angeboten werden können, werden sie vom WWF subventioniert. Außerdem  werden die Produzenten der Öfen mit Mikrokrediten unterstützt. Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit wird die Bevölkerung zudem auf die Vorteile der verbesserten Öfen aufmerksam gemacht. Nicht nur die Natur profitiert von den Energiesparkochern, sondern auch die Bevölkerung, denn durch den verringerten Bedarf an Brennmaterial verringern sich auch die Ausgaben für Feuerholz oder Holzkohle.

 

Langfristig soll der Bedarf an Holz und Holzkohle aus regional ausgewiesenen Energiewäldern befriedigt werden. Nur so kann der Druck auf den Virunga Nationalpark nachhaltig verringert werden. Aus diesem Grund legen lokale Bauern mit Hilfe des WWF Plantagen mit schnell wachsenden Baumarten an. Bis jedoch der gesamte Bedarf an Brennmaterial für diese Region aus den Plantagen gedeckt werden kann, vergehen noch mindestens zehn Jahre. Deshalb ist es von großer Bedeutung, gleichzeitig auch den Verbrauch an Holz und Holzkohle mit Hilfe der Energiesparkocher zu senken.

 

Ausblick

Auch wenn sich die Situation in der Demokratischen Republik Kongo seit den Unruhen im Jahr 2008 verbessert hat, so bleibt sie doch gerade in der Region um den Süden des Virunga Nationalparks, dort, wo die Berggorillas leben und der Schwerpunkt der WWF Aktivitäten liegt, weiterhin angespannt. Deshalb ist es wichtig gerade jetzt die Naturschutzmaßnahmen im Ostkongo zu verstärken und insbesondere langfristige und nachhaltige Strategien umzusetzen.

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