Feuchtwälder
Urlandschaften in Deutschland

- Erlenbruch. © WWF / Thomas Neumann
Überschwemmungen machen ihnen nichts aus: Feuchtwälder sind gelegentliches Hochwasser gewohnt. Auenwälder zum Beispiel: Sie wachsen entlang von Bächen und Flüssen. Oder Bruchwälder: Sie können im Winterhalbjahr ohne Schaden bis zu einem Meter unter Wasser stehen. Und auch bewaldete Moore gehören dazu. In all diesen Feuchtwäldern wachsen nur solche Bäume, die mit gelegentlichen nassen "Füßen" gut leben können: Erlen etwa, Weiden und Pappeln, Eschen und Moorbirken.
Bedrohter Lebensraum für Kranich und Co.
Auen-, Bruch- und Moorwälder bieten Lebensraum für eine Vielzahl spezialisierter Tier- und Pflanzenarten. Im Frühling verleihen die gelb blühenden Sumpfdotterblumen und Schwertlilien den Feuchtwäldern ihren besonderen Reiz. Moorfrosch und Ringelnatter fühlen sich hier ebenso wohl wie Waldschnepfe und Kranich, die typischen Brutvögel intakter Bruchwälder in Norddeutschland. Natürliche Feuchtwälder gehören zu den wertvollsten und heute seltensten Lebensräumen in Deutschland. Denn schon vor vielen Jahrhunderten begann man mit der Entwässerung dieser Landschaften. Sie wurden für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke trocken gelegt oder mussten Fischteichen weichen. Heute werden die meisten Feuchtwälder zwar nicht mehr genutzt, die Entwässerungsgräben sind jedoch vielerorts noch vorhanden.
Feuchtwälder erhalten und renaturieren
Heute sind nur noch wenige intakte Feuchtwälder erhalten, für deren Schutz sich der WWF vor allem in Norddeutschland seit über 30 Jahren einsetzt. Aber auch die Rückführung bereits entwässerter Feuchtwälder in ihren natürlichen Zustand ist möglich. Für solch eine Renaturierung reicht es häufig, alte Gräben, die zur Entwässerung angelegt wurden, einfach wieder anzustauen. Für diese Zwecke kauft der WWF Flächen oder regelt die Wiedervernässung vertraglich mit den Eigentümern. Die Wiederbesiedelung der für diesen Lebensraum typischen Tier- und Pflanzenarten erfolgt dann in der Regel von selbst.
In den norddeutschen Projekten Schaalsee-Landschaft, Uckermärkische Seen und Drömling sowie im dortigen Kranichschutz arbeitet der WWF mit Grundeigentümern, Förstern und Behörden zusammen, um die letzten einzigartigen Feuchtwälder zu bewahren.


