Feuchtwiesen

Naturraritäten in der Kulturlandschaft

Land im Fluss: Feuchtwiese bei Bremen. © Naturschutzbehoerde des Landes Bremen
Land im Fluss: Feuchtwiese bei Bremen. © Naturschutzbehörde des Landes Bremen

Feuchtwiesen sind feucht-nasse, weitgehend gehölzfreie Biotope. Mit der Rodung von Bruch- und Auwäldern sowie der Urbarmachung der Moore stieg ihr Flächenanteil in Deutschland stark an. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie traditionell bewirtschaftet. Heute sind Feuchtwiesen noch stärker als viele andere Lebensräume von völliger Vernichtung bedroht: Sie werden entwässert und in Acker- oder Weideflächen umgewandelt. Damit gehen nicht nur Lebensraum verloren, es entsteht auch ein klimaschädlicher Prozess: aus dem entwässerter Moorkörper entweicht durch Zersetzungsprozesse an der Luft Kohlenstoff, der zu dem Treibhausgas Kohlendioxid umgewandelt wird und zur Klimaerwärmung beiträgt. Der Schutz intakter Feuchtwiesen und Niedermooren und die Wiedervernässung trockengelegter Flächen ist daher auch ein Beitrag Klimaschutz.

Wertvolle Ersatzlebensräume

Feuchtwiesen sind vielfach Ersatzlebensräume für Tier- und Pflanzenarten, deren ursprüngliche Lebensräume, wie beispielsweise Moore, nicht mehr vorhanden sind. Besonders wertvoll sind periodisch überschwemmte Auenwiesen, die im Winter tausenden Enten, Schwänen und Watvögeln als Rastbiotop dienen. Im Frühjahr beleben neben vielen anderen Tierarten Kampfläufer, Bekassine und Uferschnepfe mit ihren Balzflügen die feuchten Wiesen. Deren Blütenreichtum wiederum lockt zahlreiche Insektenarten an, die andernorts bereits verschwunden sind.

Feuchtwiesen erhalten und wieder vernässen

Waren Feuchtwiesen früher Teil der traditionellen Landwirtschaft, so gilt dies heute in der Regel nicht mehr. Im Gegenteil: Der Erhalt von Feuchtwiesen muss durch Ausgleichszahlungen an die betroffenen Landwirte sichergestellt werden. Unter bestimmten Umständen kann auch der Ankauf von Wiesen notwendig sein, da nur so die erforderliche Wiedervernässung möglich ist. Feuchtwiesen bilden in Kombination mit Mooren, Flüssen und Bruchwäldern einen hochwertigen Biotopverbund

Es ist auch zukünftig Aufgabe des Naturschutzes, besonders wertvolle Feuchtwiesen nachhaltig zu sichern. Durch gezielte Projekte wie im Drömling in Sachsen-Anhalt oder den Wümmewiesen vor den Toren Bremens (seit 2006 von der Stiftung NordwestNatur betreut) leistet der WWF hierfür in Deutschland wichtige Beiträge.