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EDEKA und Süßwasser

© WWF / EDEKA
© WWF / EDEKA

Süßwasser ist ungleich verteilt, oft knapp und stark beansprucht – mit immer mehr negativen Folgen für zahlreiche Süßwassersysteme der Erde. Der größte Wassernutzer weltweit ist die Landwirtschaft. Die Erzeugung vieler Lebensmittel hängt direkt vom Wasser ab. Bei der Herstellung gibt es viele Möglichkeiten der Verbesserung. Hier setzen EDEKA und der WWF an: Produkte werden auf „Wasserrisiken“ innerhalb der Produktionsgebiete analysiert, um bei Bedarf Wege zur Reduzierung derartiger Risiken zu finden.

Obwohl unser Planet zu mehr als zwei Dritteln damit bedeckt ist, ist Wasser für eine wachsende Weltbevölkerung ein knappes Gut. Nur rund 1 Prozent dieser gewaltigen Mengen ist Süßwasser und für den Menschen zugänglich. Vor allem ist es aber ungleich verteilt. An manchen Orten regnet es fast ständig, an anderen nie. Die daraus entstehenden Probleme haben von Ort zu Ort unterschiedliche Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Süßwasser wird sehr vielseitig verwendet und benötigt. Es ist nicht nur ein wichtiges Lebensmittel, sondern wird zum Beispiel in der Industrie als Rohstoff, Reinigungs- oder Kühlmittel eingesetzt. Der größte Wassernutzer weltweit ist jedoch die Landwirtschaft auf sie entfällt laut World Water Assessment Programme 70 Prozent des weltweit entnommenen Süßwassers.

Landwirtschaftliche Bewässerung © Peter Caton / WWF
Landwirtschaftliche Bewässerung © Peter Caton / WWF

Besonders wasserintensive und daher meist künstlich bewässerte Produkte sind zum Beispiel Baumwolle, Reis oder Zuckerrohr. Häufig wird für die Bewässerung auf Seen, Flüsse oder Grundwasser zurückgegriffen, weil der Bedarf nicht allein durch das regional verfügbare Regenwasser zu decken ist. Kilometerlange Kanäle und Zuleitungen, die das Wasser zu den Feldern leiten, sind heute keine Seltenheit mehr. Ein häufiges Problem: Bevor das Wasser die Felder erreicht, gehen bereits durch Verdunstung oder undichte Anlagen große Mengen verloren. 

Der WWF hat im Jahr 2009 Zahlen zum Wasserfußabdruck der Deutschen vorgelegt. Er bezeichnet jene Menge Wasser, die bei der Produktion und Weiterverarbeitung von Gütern verbraucht oder verschmutzt wird und liegt in Deutschland pro Kopf bei rund 5.300 Litern am Tag. Das entspricht etwa 25 Badewannenfüllungen. Der Großteil davon steckt als sogenanntes „virtuelles Wasser“ in Lebensmitteln – in der Banane genauso, wie im Müsli, das zum Beispiel Zucker, Sultaninen und andere Zutaten aus landwirtschaftlicher Produktion enthält. Deren Herstellung findet weltweit statt und kann vor Ort die Wassersituation maßgeblich beeinflussen. Zum Beispiel, wenn in trockenen Regionen viel Wasser in der Bewässerung gebraucht wird, was zu lokalen Konflikten führen kann, wenn dadurch nicht genug Wasser für alle Nutzer vorhanden ist. Diesen und anderen Risiken in der lokalen Wassersituation kann häufig durch ein verbessertes und abgestimmtes Wassermanagement auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche und im gesamten Einzugsgebiet entgegengewirkt werden.

EDEKA UND DER WWF

EDEKA ist sich bewusst, dass bei zahlreichen Gütern innerhalb der weltweiten Produktionsgebiete problematische Wassersituationen bestehen. Um mögliche Probleme zu erkennen, hat der WWF daher bislang rund 2.300 Produkte des EDEKA-Eigenmarken-Sortiments aus relevanten Herkünften auf mögliche Risiken innerhalb der Produktionsgebiete analysiert. Auf dieser Grundlage ist es möglich, Verbesserungen vor Ort gezielt und bei Bedarf auch mit weiteren Partnern anzugehen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Entwicklung eines farmbasierten Wasserkriterienkatalogs und eines Konzepts zur Minderung von Wasserrisiken. Ziel ist, dass EDEKA auf diesen Grundlagen bis Mitte 2017 bei bis zu zehn ausgewählten Produkten oder Produktgruppen Pilotprojekte zur Reduzierung bestehender Wasserrisiken durchführt.

Interview mit Philipp Wagnitz, Experte für Süßwasser beim WWF

Philipp Wagnitz © Rosa-Merk / WWF
Philipp Wagnitz © Rosa-Merk / WWF

Sie analysieren Produkte aus dem EDEKA Eigenmarken-Sortiment auf mögliche Wasserrisiken. Was heißt das?

Landwirtschaftliche Produkte werden weltweit angebaut. Je nachdem wo, können die Wasserressourcen knapp, überbeansprucht, verschmutzt oder staatlich ungenügend reguliert sein. Häufig bestehen mehrere Risiken zugleich. Wir analysieren, ob und welche Risiken pro Produkt und Region vorhanden sind. Dazu nutzen wir den WWF Wasserrisiko Filter, ein Instrument, das wir gemeinsam mit der DEG entwickelt haben. 

 

Was zeigen solche Analysen?

Wasserrisiken betreffen im Einzugsgebiet wie auch entlang der Lieferkette  in der Regel mehrere Akteure gleichzeitig. Um diese Risiken zu reduzieren, müssen wir auf die Situation vor Ort angepasste, spezifische Lösungswege finden. Die Ursache vieler Probleme liegt häufig nicht allein beim Wassermanagement auf Farmebene. Aspekte wie die falsche Verteilung von Wasser sowie unzureichende Wassergesetzgebungen oder Defizite beim Vollzug von Auflagen stellen in den Flussgebieten oft Risiken für die Landwirte dar. Und damit auch für den Handel, der ihre Waren bezieht.  

 

Was heißt das in der Praxis für ein Produkt, bei dem Wasserrisiken bestehen?

Wir schauen bei auffälligen Produkten genauer hin und starten eine Detailanalyse vor Ort. Weil Wasserrisiken neben der ökologischen auch oft soziale, politische und wirtschaftliche Dimensionen haben, arbeiten wir dann mit entsprechenden Partnern zusammen. Zum Beispiel entwickeln WWF, EDEKA und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) derzeit mit Kartoffelproduzenten in Ägypten Lösungsansätze für lokale Wasserprobleme. Dabei werden die Wasservorkommen vor Ort analysiert und Nutzungsszenarien erstellt, um die Verteilung dieser gemeinsam genutzten Ressource zwischen den Landwirten in Zukunft nachhaltiger zu gestalten.

 

Es geht also auch stark um das Management im gesamten Wassereinzugsgebiet?

Genau. In Kolumbien haben wir beispielsweise, im Rahmen des Modellprojektes Banane von WWF und EDEKA, mit Landwirten aus dem Bananen-, Palmöl-, und Kaffeeanbau, den lokalen Wasserbehörden und weiteren Stakeholdern eine Flussgebietsplattform geschaffen. Erstmals ist es den einzelnen Akteuren möglich sich bei den Planungsprozessen im Flussgebiet einzubringen und damit mitzugestalten. Am Ende müssen alle an einem Strang ziehen.

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Tel.: +49 (0) 40 530 200-157

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