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Stand: 27.07.2017

EDEKA und Süßwasser

© WWF / EDEKA
© WWF / EDEKA

Süßwasser ist ungleich verteilt, oft knapp und stark beansprucht – mit immer mehr negativen Folgen für zahlreiche Süßwassersysteme der Erde. Der größte Wassernutzer weltweit ist die Landwirtschaft. Die Erzeugung vieler Lebensmittel hängt direkt vom Wasser ab. Bei der Herstellung gibt es viele Möglichkeiten der Verbesserung. Hier setzen EDEKA und der WWF an: Produkte werden auf „Wasserrisiken“ innerhalb der Produktionsgebiete analysiert, um bei Bedarf Wege zur Reduzierung derartiger Risiken zu finden.

Obwohl unser Planet zu mehr als zwei Dritteln damit bedeckt ist, ist Wasser für eine wachsende Weltbevölkerung ein knappes Gut. Nur rund 1 Prozent dieser gewaltigen Mengen ist Süßwasser und für den Menschen zugänglich.


Süßwasser wird sehr vielseitig verwendet und benötigt. Es ist nicht nur ein wichtiges Lebensmittel, sondern wird zum Beispiel in der Industrie als Rohstoff, Reinigungs- oder Kühlmittel eingesetzt. Der größte Wassernutzer weltweit ist jedoch die Landwirtschaft auf sie entfällt laut World Water Assessment Programme 70 Prozent des weltweit entnommenen Süßwassers. Süßwasser ist weltweit ungleich verteilt. Die wertvolle Ressource ist regional und lokal von Knappheit und Verschmutzung bedroht. In immer mehr Produktionsgebieten herrschen schon heute problematische Wassersituationen für Mensch und Umwelt. Denn Süßwasser wird stark beansprucht. Die Vereinten Nationen warnen: Sollte sich am gegenwärtigen Umgang mit der Ressource Süßwasser nichts ändern, sei bis zum Jahr 2030 ein globales Süßwasserdefizit von 40 Prozent zu erwarten.

Landwirtschaftliche Bewässerung © Peter Caton / WWF
Landwirtschaftliche Bewässerung © Peter Caton / WWF

Der größte globale Wassernutzer ist mit 70 Prozent die Landwirtschaft. Die Herstellung landwirtschaftlicher Erzeugnisse kann vor Ort die Wassersituation maßgeblich beeinflussen. Zum Beispiel, wenn in trockenen Regionen viel Wasser in der Bewässerung gebraucht wird, dies zu erhöhter Wasserknappheit für andere Wassernutzer führt und u.U. lokale Konflikte ausgelöst werden. Diesen und anderen Risiken in der lokalen Wassersituation kann häufig durch ein verbessertes und abgestimmtes Wassermanagement auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche und im gesamten Einzugsgebiet entgegengewirkt werden.

EDEKA UND DER WWF

Die Ziele von EDEKA

Um mögliche Probleme zu erkennen, hat der WWF rund 2.300 Produkte des EDEKA-Eigenmarken-Sortiments aus relevanten Herkünften auf mögliche Risiken innerhalb der Produktionsgebiete analysiert.

 

Bis Anfang 2018 führt EDEKA ein internes Wassermanagementsystem zunächst für Obst- und Gemüseartikel ein. Dieses System beinhaltet die Aufnahme von Süßwasserkriterien in die Produktanforderung an Obst- und Gemüselieferanten sowie eine web-basierte Lösung, das EDEKA Wasserrisiko-Tool. Mit dem Tool bestimmen Produzenten weltweit in wenigen Schritten Wasserrisiken im Anbau und erbringen Nachweise über ihren verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource. Zudem setzt EDEKA die aktuell laufenden und zwei bis drei zusätzliche AWS-Pilotprojekte um. EDEKA begleitet die Einführung des Wassermanagementsystems mit Schulungen der Einkäufer im Bereich Obst und Gemüse. Bis Anfang 2018 soll außerdem ein Verfahren für die Evaluation der konkreten Veränderungen durch das neue Wassermanagement stehen und mit der jährlichen Erhebung zum Fortschrittbericht 2017/2018 starten. In einem nächsten Schritt weitet EDEKA das interne Wassermanagementsystem für weitere Produktgruppen aus.

 

Um ausgewählte Lieferanten dabei zu unterstützen, bestehende Wasserrisiken zu reduzieren, baut EDEKA mit Unterstützung durch den WWF ein spezielles Arbeitsprogramm auf. In laufenden Projekten, z.B. Projekt Zitrus oder Projekt Banane, werden weiterhin Maßnahmen auf dem Feld sowie in den betroffenen Flussgebieten umgesetzt. Weitere Projekte sind für die nächste Partnerschaftsphase angedacht. EDEKA und der WWF setzen sich darüber hinaus für eine Markttransformation zur nachhaltigeren Wassernutzung ein. Hierzu gestalten die Partner entsprechende Veranstaltungen mit und fördern die Aufnahme verbesserter Wasserkriterien in Landwirtschaftsstandards.

 

Mehr dazu, wo EDEKA bei der Erreichung der Ziele steht, verrät der aktuelle Fortschrittsbericht.

Interview mit Johannes Schmiester, Experte für Süßwasser beim WWF

Sie analysieren Produkte aus dem EDEKA Eigenmarken-Sortiment auf mögliche Wasserrisiken. Was heißt das?

Landwirtschaftliche Produkte werden weltweit angebaut. Je nachdem wo, können die Wasserressourcen knapp, überbeansprucht, verschmutzt oder staatlich ungenügend reguliert sein. Häufig bestehen mehrere Risiken zugleich. Wir analysieren, ob und welche Risiken pro Produkt und Region vorhanden sind. Dazu nutzen wir den WWF Wasserrisiko Filter (http://waterriskfilter.panda.org), ein Instrument, das wir gemeinsam mit der DEG entwickelt haben. Zukünftig wird EDEKA diese Analysen fest in ihren Einkaufsprozessen verankern. Hierzu dient das EDEKA Wasserrisiko-Tool, welches wir zurzeit gemeinsam entwickeln.

 

Was zeigen solche Analysen?

Wasserrisiken betreffen im Einzugsgebiet wie auch entlang der Lieferkette  in der Regel mehrere Akteure gleichzeitig. Um diese Risiken zu reduzieren, müssen wir auf die Situation vor Ort angepasste, spezifische Lösungswege finden. Die Ursache vieler Probleme liegt häufig nicht allein beim Wassermanagement auf Farmebene. Aspekte wie die falsche Verteilung von Wasser sowie unzureichende Wassergesetzgebungen oder Defizite beim Vollzug von Auflagen stellen in den Flussgebieten oft Risiken für die Landwirte dar. Und damit auch für den Handel, der ihre Waren bezieht.  

 

Was heißt das in der Praxis für ein Produkt, bei dem Wasserrisiken bestehen?

Wir schauen bei auffälligen Produkten genauer hin und arbeiten gemeinsam mit EDEKA und den Produzenten an Lösungen. Dies erfolgt in ausgewählten Projekten, wie zum Zitrusfrüchteanbau in Spanien, Bananenanbau in Kolumbien oder in dem bereits abgeschlossenen Projekt zum Kartoffelanbau in Ägypten. Weil Wasserrisiken neben der ökologischen auch oft soziale, politische und wirtschaftliche Dimensionen haben, arbeiten wir hier mit entsprechenden Partnern zusammen. Um neben den Projekten auch standardisierte Lösungen anzubieten, setzen EDEKA und der WWF verstärkt auf den noch jungen Standard der Alliance for Water Stewardship (AWS). Mit ausgewählten Produzenten landwirtschaftlicher Erzeugnisse soll der Standard pilothaft umgesetzt werden. Der AWS Standard geht deutlich über bereits existierende Standardsysteme hinaus, in dem er zusätzlich zu den Kriterien auf Farmebene auch die Kooperation mit anderen Akteuren im Flussgebiet beinhaltet. Dieser Aspekt ist in Gebieten mit hohen Wasserrisiken wichtig.

 

Es geht also auch stark um das Management im gesamten Wassereinzugsgebiet?

Genau. In Kolumbien haben wir beispielsweise, im Rahmen des Modellprojektes Banane von WWF und EDEKA, mit Landwirten aus dem Bananen-, Palmöl-, und Kaffeeanbau, den lokalen Wasserbehörden und weiteren Stakeholdern eine Flussgebietsplattform geschaffen. Erstmals ist es den einzelnen Akteuren möglich sich bei den Planungsprozessen im Flussgebiet einzubringen und damit mitzugestalten. Am Ende müssen alle an einem Strang ziehen.

Kontakt WWF Unternehmen

Patricia Graf

PANDA Fördergesellschaft für Umwelt mbH

Tel.: +49 (0) 40 530 200-157

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Wiebke Elbe

Pressesprecherin, Berlin

Tel.: +49 (0) 30 311 777-219

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Andrea Ebert

Tel.: +49 (0) 40 6377-2182
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