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Nachhaltigkeit im Alltag: „Ist Nachhaltigkeit en vogue?“

Teil I: Das Thema Nachhaltigkeit in der Mode

 

WWF: Michael Michalsky, ist Nachhaltigkeit en vogue in der Mode?

Michael Michalsky im Gespräch mit dem WWF, vertreten durch Marco Vollmar © David Biene
Michael Michalsky im Gespräch mit dem WWF, vertreten durch Marco Vollmar © David Biene

Michael Michalsky: Ich glaube, dass Nachhaltigkeit ein sehr, sehr wichtiges Thema geworden ist. Ein sogenannter Makrotrend. Das bedeutet, dass die Art und Weise, wie wir auf bestimmte Sachen reagieren, und Dinge, die uns beeinflussen, für eine lange Zeit gültig bleiben. Ich glaube, dass sich die Art und Weise, wie Leute einkaufen, in den nächsten Jahren ändern wird. Es wird wieder cooler sein, Kleidung zu kaufen, die einen längeren Lebenszyklus hat.

Das ist das Beste, was man im Bereich Nachhaltigkeit machen kann. Im Unterschied zur „Fast Food-Fashion“, die große Modeketten anbieten. Diese Händler versuchen, den Kunden jede Woche etwas Neues zu verkaufen. Jede Woche ein neuer Modetrend. Das ist Unsinn. Das hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun und die Menschen merken das.

WWF: Nun gilt ja die Modebranche dennoch eher als oberflächlich, shiny und glitzernd. Sie steht nicht gerade für ökologisches und soziales Bewusstsein. Ändert sich das gerade?

 

Michael Michalsky: Sie beziehen sich nur auf die Oberfläche der Modebranche, das Marketingbild. Darunter steckt hartes, professionelles Business. Und das ändert sich gerade in seinem Verhalten. Ich bin nicht der Einzige, der an sozialen und ökologischen Themen interessiert ist. Stella McCartney zum Beispiel benutzt ausschließlich vegane Grundstoffe. Ich bin nun kein Vegetarier, ich benutze schon weiterhin auch Leder, aber ich finde, in der heutigen Zeit ist es nicht unbedingt notwendig, dass man mit Pelz herumläuft. Es gibt so viele Leder, die by-product von Schafen, Schweinen und Kühen sind. Die können so bearbeitet werden, dass sie wie exotische Leder aussehen.

 

WWF: Nachhaltigkeit ist auch immer eine Frage des Preises. Geht bei Ihnen und für Sie der Trend der Konsumenten – Sie sprachen es ja eben schon einmal kurz an – eher dahin, mehr auf den Preis oder mehr auf das Design, mehr auf die Nachhaltigkeit zu achten?

 

Michael Michalsky: Das Thema hat zwei interessante Aspekte. Viele Endkonsumenten wünschen sich Produkte, die nachhaltig sind. Aber wenn es dann darum geht, ein paar Euro mehr zu bezahlen, überlegen sie nochmal, ob es ihnen das wert ist. Es ist nun mal so, dass viele ökologisch produzierte Materialien oder Produkte in der Herstellung etwas teurer sind. Würden mehr Konsumenten Öko-Produkte kaufen, könnten diese auch günstiger hergestellt werden. Wir haben es mit einem Kreislauf zu tun. Viele Menschen sind noch nicht bereit, für ihr Umweltgewissen mehr Geld auszugeben. Das ist das Problem.

Allerdings ändert sich das langsam. Es gibt zunehmend Menschen, die Nachhaltigkeit auch als Luxus betrachten und stolz sind, Öko-Produkte zu kaufen, und das auch erzählen und zeigen.

WWF: Welche Nachhaltigkeitstrends sehen Sie derzeit in der Mode?

 

Michael Michalsky: Ich glaube, dass sich das Kaufverhalten in der Zukunft grundsätzlich ändern wird. Es wird wieder viel, viel cooler sein, Sachen zu kaufen, die zeitlos sind, die mit Handwerk verbunden sind, bei denen die Attitude gilt: „Je länger ich sie habe, desto besser werden sie“.

Aber prinzipiell werden die Leute in Zukunft mehr auf Nachhaltigkeit achten, weil auch das eine Kostenfrage wird. Es gibt einen interessanten Effekt bei Autos: Hybridautos gibt es schon lange. Das hat niemanden großartig interessiert. Nachdem jetzt die Benzinpreise so stark gestiegen sind, finden viele Leute Hybridautos auf einmal toll. Dann bekommen sie Lob und Zuspruch, weil sie ein Hybridauto haben. Und auf einmal finden sie es auch wegen des Umweltaspektes gut. Und so verankert sich schleichend in den Köpfen, dass Nachhaltigkeit gut ist. Ich erzähle dieses Beispiel, weil Mode nicht nur Fashion ist. Mode ist Lifestyle und dazu gehören Autos. Aus welchem Produktbereich umweltbewusstes Handeln kommt, ist egal. Hauptsache ist, dass es kommt.

 

WWF: Auf der Welt leben immer mehr Menschen und die Bevölkerungszahl wird weiter wachsen. Der Kampf um Rohstoffe hat längst begonnen. Wie wird sich das Konsumverhalten grundsätzlich ändern?

 

Michael Michalsky: Meine Meinung ist, dass es eigentlich cooler ist, weniger zu kaufen und dafür hochwertiger. Das wird auch ein Makrotrend werden.

Knappere Ressourcen bewirken erst einmal steigende Preise. Höhere Preise generieren in den Köpfen der Kunden eine höhere Wertigkeit des Produktes. Der Mensch muss länger auf das Produkt sparen oder muss sich zwischen zwei Produkten entscheiden, weil er sich beide nicht mehr leisten kann. Und das wird dazu führen, dass die Leute bewusster einkaufen. Ich finde das gut. Es geht immer über den Geldbeutel der Menschen. Leider ist das so. Aber das hat auch positive Effekte.

Teil II: Spontane Fragen an Michael Michalsky

WWF

Kaschmir oder Seide?

Sneakers oder Sandalen?

Prada oder Gucci?

Lagerfeld oder Yves Saint Laurent?

Giselle Bündchen oder Heidi Klum?

Adidas oder Nike?

Tiger oder Elefant?

Greenpeace oder WWF?

Windrad oder Solarpanel?

Afrika oder Asien?

London oder Paris?

Hamburg oder Berlin?

Twitter oder Facebook?

medium rare oder well done?

Schokolade oder Gummibärchen?

Becks oder Sauvignon Blanc?

Café Latte oder Chai Tee?

Schwarz oder Weiß?

Madonna oder Lady Gaga?

Sido oder Bushido?

Picasso oder Dalí?

Mies van der Rohe oder Leon Ming Pei?

80s oder 90s?

1. FC Nürnberg oder Hertha BSC Berlin?

Auto oder Trekking Bike?

Michael Michalsky

Kaschmir

Sneakers

Gar nichts – Michalsky!

Lagerfeld

Giselle Bündchen

Adidas

Tiger

WWF

Solarpanel

Asien

London

Berlin!

Facebook

medium rare

Beides

Sauvignon Blanc

Café Latte

Schwarz

Beide

Keiner

Picasso

Mies van der Rohe

80s

Hertha BSC, auch wenn’s mir schwer fällt

Trekking Bike, wenn’s gut aussieht

Das Interview führte Marco Vollmar, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit & Politik.

Interview mit Michael Michalsky

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