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Stand: 03.03.2014

Grenzübergreifender Regenwaldschutz am Putumayo

Das Projekt
Um den Wald am Putumayo vor Brandrodung und illegalem Holzeinschlag, gigantischen Verkehrsprojekten und Ölförderung zu bewahren, hat der WWF 2009 ein grenzüberschreitendes Projekt ins Leben gerufen. Die EU unterstützte dieses Projekt finanziell.

© Roberto Maldonado / WWF
© Roberto Maldonado / WWF


Ziel
der ersten Phase (2009-2013)
Entlang des Flusses Putumayo will der WWF bis 2013 1,6 Millionen Hektar Regenwald langfristig sichern.

Erfolge

  1. Ausweisung des Güeppí Sekime Nationalpark und der indigenen Reservate Huimeki und Airo Pai mit einer Größe von 600.000 Hektar.
  2. Nach mehreren Jahren Verhandlung haben Ecuador, Kolumbien und Peru 2011 ein Programm zum Schutz deren angrenzenden Schutzgebiete am Putumayo ins Leben gerufen.
  3. Das trinationale Naturschutzprogramm wurde als eine Priorität der Andengemeinschaft für deren Umwelt-Agenda 2012-2016 identifiziert.
  4. Ein wichtiges Patrouillen-Team wurde aufgebaut, das von Booten aus die Schutzgebiete grenzüberschreitend kontrolliert.

Unberührte Regenwälder

Tapire tasten mit ihrem Rüssel grunzend den Boden ab, Brüllaffen turnen lautstark durch das Geäst und Aras schweben wie bunte Fahnen über ein dampfendes, dunkelgrünes Kronendach: Am Mittellauf des Putumayo erscheint der Regenwald noch undurchdringlich und voller Geheimnisse. Hier im Grenzgebiet zwischen Ecuador, Kolumbien und Peru leben nur wenige Menschen, vor allem Indianer und Mestizen. In die größeren Dörfer gelangt man mit dem Flugzeug, in die kleineren nur per Boot. Weil diese Region Amazoniens so abgeschieden ist, sind ihre Regenwälder auch noch weitgehend unberührt. Genau genommen ist es ein Mosaik aus Land und Fluss, ein riesiger Überschwemmungswald, der mit dem Putumayo atmet und gedeiht. Hier jagen noch Ozelot und Jaguar, Anakonda und Kaiman, Riesenotter und Süßwasserdelphin. So manche der unzähligen Pflanzen- und Tierarten hier sind noch gar nicht erforscht.

Schatzkammer vor der Plünderung?

Doch die Tage der Abgeschiedenheit sind gezählt. Die ökologische Schatzkammer am Mittellauf des Putumayo, einem Nebenfluss des Amazonas, droht brutal geöffnet und geplündert zu werden. Die Regierungen Ecuadors, Kolumbiens und Perus wollen, dass das „unproduktive“ Land endlich Geld abwirft. Zum einen durch Erdöl: Unter dem Regenwald schlummern große Reserven schwarzen Goldes. Neue Techniken und steigende Preise machen einen Abbau entlang des Putumayo zunehmend rentabel. Zum anderen liebäugeln die drei Staaten damit, den Fluss zu einer gigantischen Wasserstraße bis zum Pazifik auszubauen. Und schließlich wird immer mehr Wald vom Westen her für Land- und Viehwirtschaft gerodet. Schon werden entlang der Flüsse die wertvollsten Baumarten illegal gefällt.

Die Region des Putumayo © WWF (Zum Vergrößern bitte klicken.)
Die Region des Putumayo © WWFLupe

Das alles sind sehr große und konkrete Gefahren. Doch sie dürfen uns nicht entmutigen: Wie David gegen Goliath haben wir hier durchaus Möglichkeiten, das scheinbar Unvermeidliche aufzuhalten. Wir müssen auch nicht bei Null anfangen. Denn auch in den Regierungen von Ecuador, Peru und Kolumbien gibt es Kräfte, die den Regenwald von Putumayo erhalten wollen. Deshalb gibt es bereits zwei große Schutzgebiete in der Region: In Ecuador das 600.000 Hektar große Cuyabeno-Reservat und in Kolumbien den La Paya-Nationalpark mit 422.000 Hektar. Im Peruanischen Projektgebiet konnten in der 625.000 Hektar große Güeppí-Region ein Nationalpark und zwei indigene Reservate entstehen.

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Ein Juwel
am Amazonas
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