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Stand: 07.06.2016

Wiederaufforstung des Regenwaldes in Bolivien

Boliviens Amazonasgebiet umfasst etwa zehn Prozent der Landesfläche. Zwei Drittel davon sind bewaldet. Die dichten Regenwälder sind die Heimat einer äußerst vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Hier leben Säugetiere wie Jaguare, Brillenbären, Ozelots, Gürteltiere und Große Ameisenbären. Im Wasser tummeln sich Schildkröten, Kaimane und eine seltene, nur in Bolivien beheimatete Flussdelfinart. Doch das ökologische Gleichgewicht ist aus den Fugen geraten.

Der WWF forstet gemeinsam mit den örtlichen Behörden 180 Hektar Wald auf © WWF
Der WWF forstet gemeinsam mit den örtlichen Behörden 180 Hektar Wald auf © WWF

In den letzten Jahrzehnten wurden immer größere Flächen des Waldes abgeholzt, um neues Weide- und Ackerland zu gewinnen oder um die Erträge für die wachsende Holzwirtschaft zu decken. Bolivien stand über Jahre an der Spitze der prozentualen, jährlichen Abholzungsstatistiken. Allein in der Gemeinde Santa Rosa del Sara im Departamento Santa Cruz wurden bereits 70 Prozent des Waldes zerstört.

 

Die Folgen dieses Raubbaus sind längst spürbar. In Santa Rosa del Sara sind die durchschnittlichen Temperaturen angestiegen. Die erodierten Böden gelangen in die Flüsse Palacidos und Piraí und führen hier zu Schlammablagerungen, die das Flussbett verengen. Das wiederum hat häufige Überschwemmungen zur Folge, die mit großen landwirtschaftlichen Verlusten für die arme lokale Bevölkerung einhergehen.

Lage des Projektgebietes:

Gemeinsam den Wald aufforsten

Die dramatischen Veränderungen der Umwelt fordern sofortige Maßnahmen. Der WWF Bolivien hat daher gemeinsam mit der Stadtverwaltung von Santa Rosa und der nationalen Land- und Forstbehörde (ABT) ein Projekt zur Rettung des Waldes ins Leben gerufen. Insgesamt 180 Hektar sollen an den Ufern des Palacios und des Piraí wieder aufgeforstet werden.

 

Die Setzlinge kommen aus drei Baumschulen, die die Gemeinde Santa Rosa bereits 2014 gebaut hat. Dort sind bisher 7000 junge Bäume entstanden – zu wenig für das Projekt. Die Stadtverwaltung hat einen erheblichen finanziellen Beitrag beigesteuert, um die Baumschulen auszubauen und zu verwalten, so dass sie künftig in der Lage sind, 150.000 Setzlinge pro Jahr zu produzieren. Die Hauptgärtnerei befindet sich in San Luis, direkt neben dem örtlichen Internat. Dort werden die Kinder und Jugendlichen aktiv in die Arbeit einbezogen und kümmern sich um die Aufzucht der Bäumchen. So entwickeln sie frühzeitig ein Bewusstsein für die natürlichen Ressourcen und die Bedeutung des Waldes.

Dieser Setzling wird bald zu einem stattlichen Baum heranwachsen © WWF
Dieser Setzling wird bald zu einem stattlichen Baum heranwachsen © WWF

Der WWF Bolivien und die ABT stellen die wirtschaftlichen und technischen Ressourcen für die Aufforstung bereit. Langfristiges Ziel ist es, die Flussufer des Palacidos und Piraí vollständig mit Setzlingen zu bestücken und die Baumschulen in andere Bezirke zu erweitern. Gleichzeitig wird die landwirtschaftliche Fläche begrenzt und von den Uferzonen ferngehalten. Santa Rosa del Sara ist die Pilotgemeinde landesweiter Aufforstungsbemühungen in Bolivien. Mary Laura Revero, Referatsleiterin der ABT, ist sich sicher: „Mit dem Fortschritt des Projekts wird sich zeigen, dass ein bestehender Wald mehr wert ist als ein abgeholzter.“

 

10 Millionen neue Bäume

Das Projekt in Santa Rosa del Sara trägt zur nationalen Aufforstungskampagne „Mi Árbol“, zu Deutsch „Mein Baum“, bei. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, 10 Millionen neue Bäume im ganzen Land zu pflanzen und den degradierten bolivianischen Amazonas Stück für Stück wiederherzustellen. Jeder Bolivianer ist eingeladen, sich an der Initiative zu beteiligen - allein oder gemeinsam mit der Schule, Kirche oder einem Verein. Die Kampagne wird unterstützt vom bolivianischen Ministerium für Umwelt und Wasser.

 

Der WWF arbeitet an vielen Stellen im Amazonas-Gebiet zum Schutz des Regenwaldes. Durch unsere Aktivitäten und Ihre Hilfe konnten bereits riesige Gebiete geschützt werden. Helfen Sie uns auch weiterhin und spenden Sie für das Amazonas-Gebiet.

Update September 2016

Im Wiederaufforstungsprojekt in Bolivien, zu welchem auch GDVI einen finanziellen Beitrag leistet, wurden zwischen Juli und August etwa 16.000 Setzlinge in einer Baumschule gezogen. Diese Setzlinge, alles heimische Arten, sollen zur Wiederaufforstung in der Provinz Sara genutzt werden. Unter den gezogenen Arten sind über 2000 Mahagonisetzlinge, 2000 Kakaobäume,  4500 Teakbäume und weitere wie etwa Trompetenbäume und Mimosenbäume.

 

Die Kapazität der Baumschule San Luis beträgt momentan 20.000 Bäume und wird unter anderem mit Unterstützung des Projektes zusammen mit der Lokalregierung von Santa Rosa auf 30.000 Bäume erweitert.

Des Weiteren werden momentan zwei weitere Baumschulen mit einer anfänglichen Gesamtkapazität von 30.000 Bäumen errichtet. Damit hätte man eine Kapazität zur gleichzeitigen Aufzucht von 60.000 Setzlingen.

 

Momentan herrscht in dieser Region eine extreme Trockenheit. Um die Setzlinge zu pflanzen und mit der Wiederaufforstung zu beginnen muss man auf die ersten Regen warten. Wir werden berichten sobald wir mit dieser Aktivität beginnen.

 

Kontakt WWF

Dr. Dirk Embert

Program Officer Latin America

E-Mail: dirk.embert(at)wwf.de

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