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Stand: 22.09.2017

Wie ein Waisenhaus die Braunbären rettet

Mit einer einzigartigen Methode wurden schon über 100 verwaiste Braunbären vor dem sicheren Tod gerettet. Doch nun benötigt das einzige Bärenwaisenhaus in Europa finanzielle Hilfe.

Kleine Braunbären vergnügt unterwegs © Leonardo Bereczky
Kleine Braunbären vergnügt unterwegs © Leonardo Bereczky

Nirgendwo in Europa leben mehr Braunbären in freier Wildbahn als in den rumänischen Karpaten. Wilderei und die Zerstörung der natürlichen Lebensräume führt zunehmend zu dramatischen Vorfällen, die diese reichhaltigen Bestände bedrohen. Nicht selten sind es Muttertiere, die gezielt bejagt werden oder dem immer weiter wachsenden Verkehr zum Opfer fallen. Besonders dramatisch sind diese Verluste für die zurückbleibenden Jungtiere, die alleingelassen dem sicheren Tod geweiht sind.

 

Ohne Leo Bereczy hätten in den vergangen zehn Jahre viele Bärenwaisen nicht überlebt. Es ist auch sein Verdienst, dass die Braunbärenpopulationen in den rumänischen Karpaten stabil bleiben. Denn normalerweise hat eine zurückgeblieben Bärenwaise in der freien Wildbahn keine Chance zu überleben. Bereczy begann vor zehn Jahren damit, drei kleine Bären aufzupäppeln, indem er sie eigenhändig fütterte und pflegte, bis sie in der Lage waren, wieder allein für sich sorgen zu können.

Es folgten immer weitere Bärenwaisen

Kurz nachdem er die drei wieder in die Freiheit entließ, fand er weitere Waisen, um die er sich ebenfalls kümmerte. Doch damit noch nicht genug: Es folgten immer weitere, meist in einem erbärmlichen Zustand. Sie sind ausgehungert, verstört und hilflos. Bereczy fing an, sich um jede einzelne Waise zu kümmern.

 

Inzwischen sind zehn Jahre vergangen und Leo Bereczy betreibt das einzige Bärenwaisenhaus in Europa. Auf einer Fläche von insgesamt 20 Hektar finden bis zu 20 Braunbärenjunge Platz. Der Kontakt mit Menschen beschränkt sich dabei auf das unbedingt notwendige Maß. Nur so ist gewährleistet, dass die Raubtiere anschließend auch wieder in der wilden Natur überleben können.

Schritte in der Bärenauffangstation © WWF
Schritte in der Bärenauffangstation © WWF

Eine einzigartige Methode

Im Bärenwaisenhaus durchlaufen die Jungtiere mehrere Stationen auf dem Weg in die Freiheit. Zunächst lernen die „neuen“ Bären die gleichaltrigen kennen. In der ersten Phase gewöhnen sich die „Gäste“ an ihr neues Umfeld und ihre neuen Spielkameraden. Wenn sie in der Lage sind, feste Nahrung zu sich zu nehmen, folgt der nächste Schritt. Sie werden im Gehege aufgepäppelt. Schließlich verbringen sie in typischer Braunbärenart den Winter schlafend in einem Waldstück. Als letzte Station folgt ein Gehege, das einem unberührten Wald ähnelt. Hier lernen die Kleinen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich ihr Futter selbst zu jagen. Im letzten Schritt entlässt Leo Bereczy die Bären wieder in die Freiheit.

Das können Sie zur Unterstützung der Auffangstation tun

Braunbären © Leonardo Bereczky

Mit 50 € leisten Sie einen Beitrag zu unserem Engagement für die Sicherung der Braunbärenvorkommen in den Karpaten.

Braunbär © Leonardo Bereczky

Mit 80 € können wir für ein Bärchen, das krank oder unterernährt in die Station kommt, die nötigen Medikamente beschaffen.

Braunbär © Leonardo Bereczky

Mit 150 € finanzieren Sie das Futter für ein Bärchen für fast einen ganzen Monat. Aktuell leben in der Station 20 kleine Bären.

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