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Amazonien: Das größte Tropenwaldschutzvorhaben der Welt

Amazonien ist die größte noch verbliebene Regenwaldregion der Erde – rund 15-mal so groß wie Deutschland. Sie beherbergt rund zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus ist die Region als gigantischer Kohlenstoffspeicher ein wichtiger Regulator des Weltklimas. Deshalb unterstützt der WWF am Amazonas das umfassendste Naturschutzvorhaben der Welt.

Der Regenwald in Amazonien © Brent Stirton / Getty Images
Der Regenwald in Amazonien © Brent Stirton / Getty Images

Denn noch immer verschwindet allein in Brasilien im Schnitt jährlich eine Regenwaldfläche so groß wie Thüringen – durch Holzeinschlag, für Rinderzucht und Sojaanbau sowie den Bau von Wasserkraftwerken. Diese dramatische Entwicklung lässt sich nicht von heute auf morgen stoppen. Doch wir können das Tempo der Zerstörung entscheidend abbremsen. Von 2004 bis 2012 sank die Entwaldungsrate im brasilianischen Amazonasregenwald von 27.000 auf jährlich 4.656 Quadratkilometer (etwa die fünffache Größe Berlins).

Das größte Naturschutzvorhaben der Welt

Das ARPA Tropenwaldschutzvorhaben © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)

Der WWF engagiert sich bereits seit 1971 dafür, dass der Amazonas-Regenwald erhalten bleibt. Ein Weg zu dessen Rettung sind Schutzgebiete, und zwar möglichst im XXL-Format. Auf Initiative des WWF, der deutschen Bundesregierung und des Globalen Umweltfonds der Weltbank (GEF) hat die brasilianische Regierung 1998 das größte Naturschutzvorhaben der Welt ins Leben gerufen: das Amazon Region Protected Area Programme (ARPA). Bis 2016 sollen 60 Millionen Hektar des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes (15 Prozent der heutigen Waldfläche) durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk gesichert werden – eine Fläche so groß wie Deutschland und Großbritannien zusammen.

Bislang wurden 50 Millionen Hektar Schutzgebiete ausgewiesen und bestehende Papierparks geschützt. Gut neun Millionen Hektar davon sind Schutzzonen, in denen Holz und Nichtholzprodukte nachhaltig genutzt werden. Das schafft Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung und bewahrt gleichzeitig die wertvollen Regenwaldflächen.

Für eine der ARPA-Schutzgebietslandschaften hat der WWF Deutschland die Verantwortung übernommen. Seit Juni 2006 ist er für mehr als zehn Gebiete zuständig: den über 1,9 Millionen Hektar großen Juruena-Nationalpark und das aus neun Schutzgebieten bestehende Apuí-Mosaik in der Größe von 2,4 Millionen Hektar.

Ein wichtiger Schritt gegen den globalen Klimawandel

Jaguar © Staffan Widstrand / WWF
Jaguar © Staffan Widstrand / WWF

Das ARPA-Programm ist die größte Chance, die biologische Vielfalt des Amazonas-Regenwaldes zu retten und zugleich ein wichtiger Schritt gegen den globalen Klimawandel. Eine WWF-Studie zeigt, dass in den ARPA-Schutzgebieten bis 2050 etwa 1,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff-Emissionen verhindert werden können (das entspricht vier Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent), wenn es gelingt, die Entwaldung hier weiter deutlich zu verringern. Das hilft mit, das globale Klima zu stabilisieren.

Neben dem Ausbau sollen die bestehenden Schutzgebiete weiter verfestigt und ihr Bestand finanziell gesichert werden. Das WWF-Netzwerk beteiligte sich bis jetzt mit 15 Millionen US-Dollar an der Finanzierung. Insgesamt sollen mindestens 240 Millionen US-Dollar in einen Umweltfonds fließen und dessen Erträge dann auf Dauer die Finanzierung des riesigen Schutzgebietsnetzes sichern.

Darüber hinaus will der WWF aber noch mehr als 15 Prozent Amazonien-Regenwald schützen. Die Umweltorganisation fordert daher ein gemeinsames Handeln von Wirtschaft und Politik, um bis 2020 die Entwaldung und die ökologische Verarmung der Wälder zu stoppen.

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