Ein neuer Deich für die Elbe

Größtes WWF-Naturschutzprojekt in Deutschland: Erster Abschnitt des neuen Elb-Deiches bei Dessau fertiggestellt

© Roland Gramling / WWF
© Roland Gramling / WWF

Berlin/Dessau Zwei Jahre nach Baubeginn ist der erste 2,4 Kilometer lange Abschnitt des neuen Elb-Deiches im Lödderitzer Forst nahe Dessau fertiggestellt. Die Rückverlegung des Deiches auf einer Länge von über sieben Kilometern ist ein Hauptbestandteil des derzeit größten WWF-Naturschutzprojekts in Deutschland. Im Biosphärenreservat Mittelelbe entsteht damit ein in Mitteleuropa einzigartiger Verbund von Auenwäldern, die wieder an die natürliche Dynamik des Flusses angebunden werden. Allein durch die Deichrückverlegung wird eine neue Überflutungsfläche von 600 Hektar geschaffen. „Nach vielen Jahren Planen und Organisieren sind die ersten Erfolge unserer Arbeit nun sichtbar. Der Deich nimmt Konturen an“, freut sich Astrid Eichhorn, Leiterin des WWF-Großprojekts Mittlere Elbe.

 

„Dank des trockenen Wetters sind die Bauarbeiten schneller vorangeschritten als geplant“, berichtet Astrid Eichhorn weiter. An den bisherigen Plänen will die 53jährige Landwirtin vom WWF aber nicht rütteln: „Bei so einem Großprojekt kann es immer mal wieder Verzögerungen geben. Deshalb bleiben wir bei unserem Vorhaben, dass in 2016 alle vier Deichabschnitte stehen sollen.“ Wo heute teilweise noch Ackerfläche zu sehen ist, sollen sich im zukünftigen Überflutungsgebiet bald wieder seltene Tier- und Pflanzenarten tummeln. Mit der Aufforstung eines elf Hektar großen Gebiets werde im nächsten Herbst begonnen. Auch die Arbeiten am zweiten Deichabschnitt laufen bereits auf Hochtouren, deutlich Erhebungen sind schon jetzt erkennbar. Aktuell werde außerdem an der Ausschreibung für das dritte Teilstück gearbeitet, dessen Bau im kommenden Jahr starten soll.

 

Das Biosphärenreservat Mittelelbe zeichnet sich durch eine enorme Artenvielfalt aus. Mehr als 1.000 verschiedene Pflanzenarten, 40 Säugetiere und 135 Vogelarten sind hier beheimatet. Zu den Bewohnern zählt u.a. der Elbebiber, einer der ältesten heute noch lebenden Säugetiere der Erde, der hier sein Hauptverbreitungsgebiet hat. Auch der äußerst seltene Fischadler ist hier beheimatet. Neben dem Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten zielt das Projekt nach Angaben des WWF auch auf die Stärkung des ökologischen Hochwasserschutzes ab. „Wenn sich die Elbe wieder freier ausbreiten kann, sinkt auch das Risiko für die Bevölkerung. Das Projekt ist ein Gewinn für Mensch und Natur“, so Astrid Eichhorn. Die Deichrückverlegung ist Teil der Hochwasserschutzkonzeption des Landes Sachsen-Anhalt. Der Bau wird vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft als verantwortlicher Bauherr geleitet.

 

Das Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe wird im Rahmen des Bundesprogramms „chance.natur-Bundesförderung Naturschutz“ gefördert. Die Finanzierung erfolgt zu 75% mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz), zu 15% durch das Land Sachsen-Anhalt und zu 10% durch den WWF Deutschland.

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WWF Presse-Team