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Klimaziele 2020 und 2030 in Gefahr

13. Juni 2018

Kabinett verabschiedet Klimaschutzbericht

Wegen der Kohle sind die Klimaziele in Gefahr © Andrew Kerr/WWF
Wegen der Kohle sind die Klimaziele in Gefahr © Andrew Kerr/WWF

Deutschland hat gerade den heißesten Mai und den heißesten April seit Beginn der Temperaturmessung erlebt. Weltweit waren die letzten drei Jahre die heißesten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Die Klimakrise führt schon heute zu einer drastischen Zunahme von Dürren, Überflutungen und Sturmkatastrophen. „Was muss denn noch passieren, damit die Bundesregierung ihre eigenen Ziele zur Bekämpfung der Erderhitzung endlich ernst nimmt?“ fragt Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland anlässlich der heutigen Verabschiedung des Klimaschutzberichts im Kabinett. Statt bis 2020 40 Prozent an Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 einzusparen, sagt der Bericht eine Einsparung von lediglich 32 Prozent vorher. Auch für 2030 sagt der Klimaschutzbericht eine drastische Zielverfehlung voraus: nur 41 bis 46 Prozent statt der mindestens notwendigen 55. Damit reißt die Lücke mit der Zeit nur noch weiter auf.

 

„Der Klimaschutzbericht zeigt die gigantische Lücke zwischen Reden und Handeln der Bundesregierung beim Klimaschutz. Sie kann die von Merkel als Schicksalsfrage der Menschheit bezeichnete Krise doch nicht mit einem Schulterzucken beantworten. Der Klimaschutzbericht ist ein 120 Dezibel-Alarmsignal. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie es gehört hat: In einem Sofortprogramm müssen Regierung und Bundestag die Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, die schon auf dem Tisch liegen: die steuerliche Förderung des Energiesparens in Gebäuden, die Sonderausschreibung von 8 Gigawatt erneuerbarer Energien, die Abschaltung von zusätzlich 7 GW Braunkohle zum Jahr 2020, einen europäisch-regionalen CO2-Mindestpreis im Stromsektor und die Maßnahmen im Klimaschutzaktionsprogramm und Aktionsplan Energieeffizienz.“

 

Für den Klimaschutz ist es essentiell, das CO2-Budget einzuhalten: Um die Erderhitzung wie in Paris beschlossen auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, darf sich nur noch eine begrenzte Menge an CO2 in der Atmosphäre ansammeln. Für den Erfolg von Klimaschutzmaßnahmen ist daher ausschlaggebend, dass sie möglichst früh erfolgen. „Der Kampf gegen die Erderhitzung ist auch ein Wettlauf mit der Zeit. Wer Klimaziele nach hinten verschiebt, erhöht die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre und heizt die Klimakrise damit weiter an“, so Schäfer. „Die Klimaziele 2020 und 2030 sind noch erreichbar, aber nur mit den richtigen Maßnahmen. Dafür müssen auch der Verkehrssektor, der Gebäudebereich, die Landwirtschaft und die Industrie endlich handeln.“

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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