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Grenzgänger Schwein

08. Mai 2018

WWF warnt vor Schweinezaun an dänisch-deutscher Grenze

Die Schweinepest verbreitet sich eher durch menschliche Nachlässigkeit als durch Wildschweine © WWF/Ralph Frank
Die Schweinepest verbreitet sich eher durch menschliche Nachlässigkeit als durch Wildschweine © WWF/Ralph Frank

In einem gemeinsamen, offenen Brief an Politiker in Dänemark und Deutschland warnen die nationalen WWF-Organisationen der betreffenden Länder vor dem geplanten Schweinezaun an der Grenze. Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, prüft Dänemark derzeit den Bau einer solchen Anlage. So sollen Wildschweine am Grenzübertritt gehindert werden. Der WWF bezweifelt nicht nur die Wirksamkeit dieses Vorhabens, sondern warnt zugleich vor einer gravierenden Barriere für andere Wildtiere und einer Zerschneidung von Schutzgebieten.

 

„Es kann als wahrscheinlicher angesehen werden, dass die Schweinepest durch menschliche Nachlässigkeit in Zuchtbetriebe gelangt, als durch Wildschweine. Der Zaun wäre lediglich eine Barriere, die mitten durch zahlreiche Naturschutzgebiete führt – inklusive des Wattenmeers, das als UNESCO-Welterbe von internationaler Bedeutung ist. Vom Feldhasen bis zum Rotwild wären zudem zahlreiche Tierarten davon betroffen“, kritisiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland und einer der Unterzeichner des Briefes, der auch an Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck geschickt wurde.

 

„Der geplante Grenzzaun wird wichtige Naturräume durchschneiden. Wir fürchten, dass er die ökologischen Funktionen der Gebiete beeinträchtigen und Populationen wilder Säugetiere teilen wird. Zäune sind ein zunehmendes Problem in der Natur und Dänemark sollte dieses Problem nicht noch verstärken“, so Heinrich weiter. Der WWF Dänemark und der WWF Deutschland forderten die dänische Regierung auf, den Bau des Grenzzauns zu überdenken und sich stattdessen auf den maßgeblichen "menschlichen Faktor" zu konzentrieren. Um die Afrikanischen Schweinepest einzudämmen, brauche es etwa die Desinfektion von Fahrzeugen, die Vermeidung von Lebensmittelmüll in der Natur und Aufklärungsarbeit von Fahrern und Jägern. Nicht zuletzt würden, so die WWF-Einschätzung, die intelligenten Wildschweine schnell Lücken wie Straßen und Wege in dem Zaun entdecken, diesen untergraben oder schlicht schwimmend auf die andere Seite der Grenze gelangen.

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

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