Aderlass der Feuchtgebiete

WWF: 35 Prozent weniger Feuchtgebiete weltweit in den letzten 45 Jahren | Ramsar-Vertragsstaaten in der Pflicht

© Hartmut Jungius WWF

Der Erde sind laut WWF in den letzten 45 Jahren 35 Prozent ihrer Feuchtgebiete, wie Seen, Auen oder Moore verloren gegangen. Seit der Jahrtausendwende hat sich das Tempo der Zerstörung beschleunigt. Bis zu 1,6 Prozent an Feuchtgebieten verschwinden pro Jahr weltweit. Anlässlich der Ramsar-Konferenz in Dubai ruft der WWF die 170 Vertragsstaaten dazu auf, der Zerstörung von Feuchtgebieten Einhalt zu bieten und mehr von ihnen unter Schutz zu stellen.

 

"Feuchtgebiete sind Lebensspender. Sie beherbergen 40 Prozent aller Arten der Erde und versorgen Menschen mit Wasser und Nahrung. Wir müssen sie schützen, anstatt sie weiter auszutrocknen, plattzuwalzen und umzupflügen", so Philipp Wagnitz, Süßwasserexperte beim WWF Deutschland. Mehr als eine Milliarde Menschen, darunter auch viele Indigene, sind auf Feuchtgebiete für ihr Überleben angewiesen, mahnt der WWF. Gesunde Feuchtgebiete sind außerdem ein wichtiger Teil im Kampf gegen die Klimakrise und ihrer Folgen. Sie fungieren unter anderem als CO2-Speicher, Pufferzone bei Überflutungen und Nahrungslieferant für die Bevölkerung.

 

Insgesamt geschützt sind heute über 2300 Feuchtebiete mit einer Gesamtfläche von fast 250 Millionen Hektar. In den letzten 20 Jahren hat der WWF die Ausweisung von 377 Feuchtgebieten in 52 Ländern unterstützt. Die Fläche summiert sich auf fast 110 Millionen Hektar. In 2018 half der WWF Deutschland dabei das 776.000 Hektar große Lagartococha-Cuyabeno-Yasuní Feuchtgebiet auszuweisen. Es ist das bisher größte in Ecuador.

 

Hintergrund:

Die Ramsar-Konvention wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar ins Leben gerufen. Deutschland trat dem "Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten" 1976 bei. Inzwischen haben 170 Staaten die Konvention unterzeichnet. Sie verpflichten sich damit dem Schutz von mindestens einem Feuchtgebiet. Derzeit treffen sich die Unterzeichnerstaaten in Dubai zur 13. Ramsar-Konferenz.

 

Heute haben 170 Staaten die Konvention unterzeichnet und verpflichten sich damit dem Schutz von mindestens einem Feuchtgebiet. Insgesamt geschützt sind heute über 2300 Feuchtebiete mit einer Gesamtfläche von fast 250 Millionen Hektar. In Deutschland sind zum Beispiel der Bodensee, der Oberrhein oder das Steinhuder Meer Ramsar-Schutzgebiete.

 

Im Rahmen der 13. Ramsar-Konferenz in Dubai stellt der WWF seinen Bericht "Saving our Life Support System" zum Zustand der Feuchtgebiete vor. Er verdeutlicht die Wichtigkeit intakter Feuchtgebiete für unsere Erde.

Kontakt

WWF Presse-Team