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18. Dezember 2019

Vor EU-Umweltministerrat: WWF fordert rechtsverbindliche Renaturierungsoffensive für die EU

(c) Wotke

Berlin, den 18.12.2019: Im Vorfeld des EU-Umweltministerrats in Brüssel fordert der WWF Deutschland ein Umdenken der Mitgliedsstaaten in der Biodiversitätspolitik und mehr rechtlich bindende EU-Gesetzgebung im Arten- und Naturschutz anstelle von Absichtserklärungen.  Mit denen auf der Rats-Agenda stehenden Leitlinien zum Erhalt der biologischen Vielfalt nach 2020 sollen die Umweltministerinnen- und minister den Grundstein legen für den Schutz der biologischen Vielfalt im nächsten Jahrzehnt. „Die letzten selbst gesteckten Ziele hat die EU größtenteils verfehlt, fürs neue Jahrzehnt braucht die EU nun eine rechtsverbindliche europaweite Renaturierungsoffensive“, so Günter Mitlacher, Experte für internationale Biodiversitätspolitik bei WWF Deutschland. 

 

„Naturschutz ist Klimaschutz und ohne mehr intakte Natur in Europa sind auch die EU-Klimaziele unerreichbar“, unterstreicht Mitlacher. Denn Wälder, Moore, Flüsse, Seen und anderen Ökosysteme sind wichtige Kohlenstoffspeicher, die die Erderhitzung begrenzen. Deshalb müssen die Ökosysteme dringend besser geschützt und bereits zerstörte Flächen wiederherstellt werden, unter anderem durch eine europaweite Renaturierungsoffensive. Mitlacher: „Damit es nicht nur bei guten Absichten der Mitgliedsstaaten bleibt, sollten diese Maßnahmen rechtsverbindlich sein. Hier muss auch Deutschland mehr Gewicht in die Waagschale werfen und mehr Verbindlichkeit fordern.“

 

Die vom EU-Umweltrat zu beschließenden Leitlinien haben Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenarten weltweit, so der WWF. Denn sie sind auch die Grundlage für die EU-Position im Rahmen der internationalen Verhandlungen zur UN-Biodiversitässtrategie ab 2020, die im Oktober nächsten Jahres in der 15. Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) in China gipfeln. Dort wird die Staatengemeinschaft eine neue Strategie für den globalen Biodiversitätsschutz verhandeln. Mitlacher: „Nur auf Grundlage einer ambitionierten EU-Biodiversitätsstrategie mit starken rechtsverbindlichen Elementen kann die EU es schaffen, den anderen großen Wirtschaftsmächten glaubwürdig mehr Arten- und Naturschutz abzuverlangen – genau das ist ihre Aufgabe, wenn es in Kunming bei der Vertragsstaatenkonferenz um die Zukunft der weltweiten biologische Vielfalt geht.“

 

 

 

KONTAKT

Rebecca Gerigk

Pressestelle WWF 

Tel: 030-311777-428

rebecca.gerigk@wwf.de

 

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