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Naturschutz ist Klimaschutz

11. Dezember 2019

Report: WWF fordert naturnahe Ansätze als Teil der Lösung für die Klimakrise

(c) Neil Ever Osborne WWF-US

Die weltweiten Ökosysteme sind der Lebensraum für Millionen von Arten und Lebensgrundlage für den Menschen. Doch die Erderhitzung verändert das Gleichgewicht dieser Systeme. Polareis und Gletscher schmelzen, Wälder brennen, Meere versauern, Korallenriffe bleichen aus und sterben ab. In seinem neuen Report „Climate, Nature and our 1,5° C Future” verknüpft der WWF die Erkenntnisse vier grundlegender Reports - den drei letzten Sonderberichten des Weltklimarats IPCC und dem globalen Bericht des Weltbiodiversitätsrat IBPES – und zeigt zugleich den Weg zu einer klimafreundlichen Zukunft auf: Die Natur ist Teil der Lösung der Klimakrise.

 

Die WWF-Studie beleuchtet, wie die Natur – Ökosysteme und Biodiversität – von der Klimakrise betroffen ist, und wie starke und gesunde Ökosysteme die Widerstandsfähigkeit bereichern und den Menschen helfen können, sich an die Folgen der Erderhitzung anzupassen. Der Report macht deutlich, dass zusätzlich zum schnellen Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe auch sogenannte ökosystemnahe Lösungen zur Abwendung der Klimakrise eine wichtige Rolle spielen.

 

Die vielfältigen Ökosysteme sind einer der Schlüssel, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und sollten daher als offizieller Bestandteil im Klimavertrag von Paris auftauchen – als Baustein der nationalen Klimabeiträge der Länder.  „Wir unterschätzen die Hilfe, die natürliche Ökosysteme bei der Bewältigung der Klimakrise leisten können“, so Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Naturverlust und Klimawandel gehen derzeit Hand in Hand, doch genauso können wir die natürlichen Ressourcen bei der Eindämmung und Anpassung an die globale Erwärmung weltweit nutzen. Deshalb fordern wir Mitgliedsstaaten auf, naturnahe Lösungen in ihren nationalen Klimaplänen zu verstärken – als Instrument für zusätzlichen Klimaschutz."

 

Gleichzeitig warnt der WWF vor einer Fehlinterpretation: „Wer meint, dass etwa die Wiederherstellung von Wäldern oder die Wiedervernässung von Mooren eine Alternative zur schnellen Reduktion unseres Treibhausgas-Ausstoßes auf null ist, hat den Bericht des Weltklimarates nicht gelesen: Wir müssen beides gleichzeitig kraftvoll angehen, um die Erderhitzung bei möglichst 1,5° Grad zu stoppen“, erläutert Schäfer.

 

Der Erhalt, Schutz und Wiederaufbau solcher Systeme hat neben Klima- und Naturschutz auch oft auch einen sozialen Nutzen: Er hilft Menschen in verwundbaren Ländern des globalen Südens bei der Anpassung an den Klimawandel, beispielsweise beim Küstenschutz oder beim Erhalt wichtiger ökologischer Systemdienstleistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts durch Fischerei und Landwirtschaft. Ökosysteme erhalten beispielsweise die Bodenfruchtbarkeit, beugen Erosion vor und stellen sauberes Wasser bereit.

 

Manuel Pulgar-Vidal, der Leiter der Climate and Energy Practise beim WWF International sagt: „Nur wenn wir dramatisch unseren Ehrgeiz beim Klimaschutz steigern, können wir die Klimakrise lösen. Die Menschheit ist schuld an einem beispiellosen Naturverlust, und das in einer Zeit, in der wir sie am meisten brauchen. Der Schutz und die Wiederherstellung von Natur und Umwelt ist nicht nur eine moralische Frage: Die Natur ist die Grundlage unserer Gesellschaften und Wirtschaften und unser größter Verbündeter bei der Bekämpfung der Klimakrise."

 

Link zum Report: https://d2ouvy59p0dg6k.cloudfront.net/downloads/wwf_climate__nature_and_our_1_5c_future_report.pdf

 

Hintergrund:

Der WWF-Report ist eine Synthese von vier kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen UN Reports:

The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) three special reports under its current 6th Assessment Cycle: Global Warming of 1.5°C (published in October 2018); Climate Change and Land (published in August 2019); and Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (published in September 2019).

The Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystems Services (IPBES) Global Assessment on Biodiversity and Ecosystem Services (published in May 2019). 

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF 

Tel: 030-311777-458

sylvia.ratzlaff@wwf.de