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Nashorn-Krise spitzt sich zu

27. Mai 2019

Malaysias letzter Sumatra-Nashornbulle ist tot. / Indonesien wird zur „letzten Hoffnung“ der Tierart.

(c) BORA
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Malaysia hat sein letztes männliches Sumatra-Nashorn verloren. Der etwa 35 Jahre alte Bulle „Tam“ verstarb am Montag auf der Insel Borneo. In Malaysia ist die Art durch diesen Tod de facto ausgestorben. In dem südostasiatischen Land gibt es nur noch ein weibliches Sumatra-Nashorn namens Iman. Damit ist Indonesien das einzige Land der Welt, das eine fortpflanzungsfähige Population hat. Nicht einmal 80 Tiere, verteilt auf neun isolierte Populationen, streifen laut Naturschutzorganisation WWF noch durch die indonesischen Regenwälder.

 

„Sumatra-Nashörner zählen zu den seltensten Tierarten weltweit. Der Tod des Bullen Tam spitzt den Überlebenskampf weiter zu. Indonesien wird zur letzten Hoffnung für die Sumatra-Nashörner. Doch Wilderei und vor allem Lebensraumzerstörung bedrohen die Tiere massiv. Derzeit setzen wir alles daran, deren Überleben zu sichern und vor allem wieder Nachwuchs zu bekommen“, erklärt Michael Zika, zuständiger Projektleiter beim WWF Deutschland. Die Organisation ist Teil eines ambitionierten nationalen Rettungsprogramms. Gemeinsam mit der indonesischen Regierung, der Weltnaturschutzunion IUCN, National Geographic, der International Rhino Foundation und Global Wildlife Conservation verfolgt der WWF das Ziel, die Fortpflanzung in Gefangenschaft zu intensivieren und zugleich die letzten wild lebenden, sich selbst erhaltenden Populationen zu schützen.

 

„Unser Ziel ist es, möglichst viele, isoliert lebende und fortpflanzungsfähige Tiere aufzuspüren, sie in Schutzzentren umzusiedeln und in ein nationales Zuchtprogramm einzubringen. Die Fortpflanzung der Nashörner ist kompliziert. Ihre Fortpflanzungsrate ist sehr niedrig und viele der noch lebenden Tiere könnten aufgrund ihrer langjährigen Isolation in freier Wildbahn unfruchtbar sein“, so Zika.

 

Nashörner in Asien und Afrika werden wegen ihres Horns, dem alle möglichen Eigenschaften zugeschrieben werden, Opfer von Wilderern. Der WWF spricht daher von einer „globalen Wilderei-Krise“, die neben Nashörnern auch das Überleben andere Tierarten wie Tiger oder Elefanten bedroht.

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

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