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Nach den Worten bitte konkrete Taten!

15. Oktober 2019

Sustainable Finance Gipfel in Frankfurt/WWF: Sustainable Finance im Klimaschutzgesetz verankern

© Romol Tavani/istockphoto Getty Images
© Romol Tavani/istockphoto Getty Images

Zum morgigen Gipfel für nachhaltige Finanzen in Frankfurt fordert der WWF, Sustainable Finance im Klimaschutzrahmengesetz und Maßnahmenplan 2030 systematisch und konkret zu verankern. „Deutschland zum führenden Standort für Sustainable Finance zu machen – so wie es die Bundesregierung im Maßnahmenplan erneut als Ambition ausführt – erfordert jetzt konkrete Taten. Doch im Klimaschutzrahmengesetz der Bundesregierung wurde das Thema nachhaltiges Finanzsystem bislang wieder einmal verpasst. Dabei sollte klar sein, dass das Finanzsystem alle anderen Bereiche nicht nur tangiert, sondern durchdringt. Wer in Deutschland ernsthaft und erfolgreich Klimaschutz betreiben will, kommt um das Grünen des Finanzsystems nicht vorbei “, so Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland.

 

Dazu gehört, dass die öffentliche Hand und alle verbundenen Institutionen ihre Kapitalströme an den Klimazielen ausrichten. Das gilt für öffentliche Vermögen etwa über Pensionsanlagen oder den Entsorgungsfond der Kernenergie genauso wie für Projektfinanzierungen und -deckungen etwa über KfW und Euler Hermes. „Möchte Deutschland wirklich der führende Standort für Sustainable Finance sein, muss die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und in einem ersten Schritt die eigenen Finanzen Paris-kompatibel aufstellen“, so Kopp. „Das bedeutet, Investitionsentscheidungen mit Blick auf die Zukunft statt auf die Vergangenheit zu treffen und so den nötigen Wandel auch über alle finanziellen Hebel zu unterstützen.“

 

Grundlegende Voraussetzung, die Finanzströme nachhaltig auszurichten, ist, dass mehr Transparenz darüber herrscht, wohin Gelder fließen, wie sie dort wirken und welche Risiken damit behaftet sind. Denn ohne diese zukunftsorientierten Daten wird die Vergleichbarkeit schwierig und damit auch die Möglichkeit, nachhaltige Finanzierungsentscheidungen zu treffen. Die sogenannte Task-Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) hat bereits Empfehlungen hinsichtlich Transparenz und Offenlegung von Risiken vorgelegt – diese gilt es nun konkret so umzusetzen, dass Finanz- und Realwirtschaft ein gemeinsames Betriebssystem bekommen. „In Brüssel sind die Diskussionen weiter, Deutschland hat Aufholbedarf. Die Bundesregierung muss nun zeigen, dass sie die enorme Bedeutung und das Potenzial von Sustainable Finance für die gesamte deutsche und europäische Klima- und Umweltpolitik verstanden hat und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen entschlossen vorantreiben.“

 

Zum Hintergrund:

Beim Sustainable Finance Gipfel in Frankfurt werden vom Beirat der Bundesregierung für das Thema erste Thesen mit Blick auf eine Strategieempfehlung vorgestellt und mit Akteuren des Finanzmarkts diskutiert. Der Beirat wurde im Juni 2019 einberufen und soll Empfehlungen erarbeiten, wie Deutschland zu einem führenden Standort für Sustainable Finance gemacht werden soll. Matthias Kopp ist Mitglied des Beirats.

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

 

 

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