Schuppentier-Schmuggel trotz Krise

Sechs Tonnen Schmuggelware in Malaysia beschlagnahmt. WWF: Illegaler Handel muss aufhören

Pangolin © WWF
Pangolin © WWF

Im Hafen Port Klang in Malaysia wurden laut Behördenangeben sechs Tonnen Schmugglerware aus afrikanischen Schuppentieren beschlagnahmt. Da jede getrocknete Schuppe nur wenige Gramm wiegt, befürchtet die Naturschutzorganisation WWF, das dafür tausende Tiere ihr Leben lassen mussten. Schuppentiere wurden auch als bisher nicht bestätigte Zwischenwirte des Virus Sars-CoV-2 in China ins Spiel gebracht – zumindest wurden in ihnen verwandte Corona-Virenstämme nachgewiesen. Das Fleisch gilt als Spezialität und die Schuppen sind in der traditionellen chinesischen Medizin gefragt.

 

„Lasst die Schuppentiere in Ruhe, dann lassen sie auch uns in Ruhe! Diese hoch bedrohten Tiere gehören in die Natur und weder in den Kochtopf noch in der getrockneten Variante in Arzneimittel“, sagt Arnulf Köhncke, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Er fordert die Schließung illegaler, schlecht regulierter und hochriskanter Wildtiermärkte. So könnte auch die Gefahr weiterer Zoonosen kleiner werden.

 

„Zoonotische Viren auf getrockneten Schuppen dürfte es zwar hoffentlich keine geben - anders als bei Schuppentieren, die auf einem Markt für den Kochtopf geschlachtet werden. Trotzdem ist dieser Aufgriff ein Zeichen dafür, dass der illegale Wildtierhandel weiterhin boomt. Trotz der Krise.  Dazu kommt, dass in der Pandemie auch die Arbeit gegen Wilderei erschwert wird, unter anderem weil das Wegbrechen vieler Tourismus-Einnahmen in den Schutzgebieten die Arbeitsplätze von Gemeindewildhütern gefährdet“, so Köhncke.

 

Schuppentiere sind laut WWF-Angaben die meistgeschmuggelten Säugetiere der Erde. Über 130 Tonnen Schuppen seien weltweit in den vergangenen beiden Jahren beschlagnahmt worden, so der WWF. Auch wenn die Abnehmer vor allem in Asien und Afrika zu finden seien, fliege der illegale Handel auch beim Transit in Deutschland auf.

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