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Nicht mit Vollgas in die Sackgasse

05. Mai 2020

WWF: Autoprämie muss Transformation zur Klimaneutralität unterstützen

Autoprämie für Verbrenner? © Alamy Stock Photo
Autoprämie für Verbrenner? © Alamy Stock Photo

Vor dem Autogipfel des Kanzleramts am heutigen Dienstag fordern die großen deutschen Autohersteller und ihr Branchenverband VDA eine rasche Entscheidung über Kaufanreize wie einst bei der sogenannten Abwrackprämie 2009.  

 

Martin Bethke, Geschäftsführer Märkte und Unternehmen beim WWF Deutschland, kommentiert: „Die deutschen Autohersteller und der VDA senden ein völlig falsches Signal. Sie sagen nicht, ‚Wir haben das Problem der Klimakrise verstanden‘, sondern ‚Jetzt wollen wir erstmal so weitermachen wie bisher, um die Klimakrise kümmern wir uns später.“ Die Autohersteller haben jahrelang den Einstieg in neue Technologien wie die Elektromobilität verschleppt, stattdessen Milliarden mit großen und schweren Verbrennern verdient. Sie planen Boni für Manager und Dividenden für Aktionäre weiter ein, anstatt Gewinne in die Entwicklung und Produktion neuer Antriebe und Technologien zu investieren. Dafür sollen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler jetzt aufkommen.  

 

Staatliche Hilfen für Verbrennungsmotoren sind ökologisch und ökonomisch Unsinn. Mit ihnen unterstützt der Steuerzahler eine Wirtschaft ohne gesellschaftliche Zukunft und befeuert zudem die Klimakrise. Stattdessen muss sichergestellt werden: Wenn die Autoindustrie staatliche Mittel erhält, müssen diese auf die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft einzahlen. Das bedeutet Förderung von Elektromobilität und Batterieforschung, nicht von Diesel und SUVs.  

 

Wir brauchen sozial-ökologische Konjunkturhilfen, die eine nachhaltige und resiliente Wirtschaft fördern. Staatliche Mittel für die Industrie müssen eine Förderung für nachhaltige Mobilität sein – mit mehr E-Ladesäulen in Deutschland und einer Kaufprämie für E-Räder und Lastenfahrräder. Es ist sinnlos Milliarden als kurzfristige Konsumanreize für klimaschädliche Produkte zu verbrennen.“  

KONTAKT

Julian Philipp

Pressestelle WWF

Tel.: 030-311 777 467

julian.philipp@wwf.de