WWF kommentiert die EU-Waldstrategie

Berlin, 16.07.2019: Die Europäische Kommission hat heute ihre neue Waldstrategie veröffentlicht, die einen Weg zu einem besseren Waldschutz und einer nachhaltigeren Bewirtschaftung der Wälder in der EU aufzeigen soll.

Alois Vedder, Leiter Politik beim WWF Deutschland, kommentiert: „Die von der Kommission vorgestellte Strategie fällt enttäuschend aus. Das Papier erkennt zwar an, dass die Wälder Europas besser geschützt werden müssen, aber ohne verbindliche Schritte aufzuzeigen. Kahlschläge bleiben grundsätzlich erlaubt und die Wälder der EU werden weiterhin in erster Linie als Holzlieferanten gesehen. Das sah im Entwurf von vor wenigen Wochen noch anders aus. Doch prompt intervenierte Julia Klöckner zusammen mit einigen Agrarministerinnen und -ministern anderer Länder im Sinne der Forstindustrie. Herausgekommen ist ein weichgespültes Papier, das uns kaum voranbringt.

Wir erleben erneut, wie wichtige Maßnahmen zum Schutz unser aller Lebensgrundlagen durch gezielte Lobbyarbeit und die Bedienung von Einzelinteressen blockiert werden. Indem sie kurzfristige wirtschaftliche Gewinne über andere Überlegungen stellen, haben die Industrie und die Agrarminister gezeigt, dass sie das Ausmaß der Krise nicht verstehen. Und das in einer Zeit, in der die Katastrophenmeldungen durch die Erderhitzung kein Ende nehmen. Die Argumentation für ein „Weiter so“ ist in vielerlei Hinsicht falsch. Die Wälder in der gesamten EU werden dadurch zunehmend ihrer Klimaschutzfunktion beraubt und ihrer weiteren, vielfältigen Ökosystemleistungen, die wir alle dringend benötigen. Wenn sich der Gesundheitszustand unserer Wälder verschlechtert, verlieren wir alle – auch die Forstwirtschaft.“

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