WWF fordert konsequente Finanzierung der Transformation und warnt vor Aufweichung von Nachhaltigkeitsberichtspflichten

Der WWF begrüßt die geplante Konstituierung des Praxisbeirats  Sustainable Finance (PBSF) der Bundesregierung am 10. Juni. Angesichts der gewaltigen Investitionsbedarfe für Klimaschutz, Naturschutz und den Umbau der Wirtschaft ist ein wirksamer Dialog zwischen Politik, Finanzwirtschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dringend notwendig. Die Neuauflage des Beirats darf jedoch nicht dazu führen, dass bekannte Probleme erneut diskutiert werden, ohne dass daraus konkrete politische Maßnahmen folgen.  

„Deutschland leidet nicht an einem Mangel an Empfehlungen. Die Vorschläge der letzten beiden Sustainable Finance-Beiräte liegen seit langem auf dem Tisch, doch es hapert an der Umsetzung. Entscheidend ist, dass die Bundesregierung es endlich schafft, genügend öffentliches und privates Kapital zu mobilisieren, um die dringend benötigte Transformation zu beschleunigen“, sagt Laura Niederdrenk, Sustainable Finance-Expertin beim WWF Deutschland. 

Kritisch sieht der WWF zugleich Signale aus der politischen Debatte, wonach der neue Beirat auch eine „zweckmäßige Anpassung der Sustainable Finance Regulierung“ begleiten soll. „Der Praxisbeirat Sustainable Finance darf nicht das Ziel haben unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus bestehende Nachhaltigkeitsstandards auszuhöhlen“, so Niederdrenk. „Nachhaltigkeitsberichterstattung ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für naturverträgliche Investitionsentscheidungen. Wer nachhaltige Finanzmärkte stärken will, braucht verlässliche Informationen – nicht weniger Transparenz.“

Aus Sicht des WWF ist es entscheidend, ob das Gremium die Finanzierung der ökologischen Transformation stärkt oder ob es vor allem zur Legitimation eines Rückbaus bestehender Nachhaltigkeitsregeln genutzt wird. „Der Erfolg des Beirats wird daran gemessen, ob er dazu beiträgt, Kapital in umweltverträgliche Investitionen zu lenken und damit die dringend benötigte Transformation in Deutschland voranzubringen“, sagt Laura Niederdrenk.

Kontakt

Julia Dibiasi

Pressesprecherin

Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Finanzen / Berlin


  • Mangroven © Martina Lippuner / WWF Afrika Nachhaltiges Wirtschaften in planetaren Grenzen​

    Um einer nachhaltigen Wirtschaft näher zu kommen, setzen wir nicht allein bei Unternehmen, sondern genauso in der Politik und im Finanzsektor an. Mehr erfahren