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Wasserrahmenrichtlinie gerettet!

Ein guter Tag für Natur und Menschen in Europa: Europas wichtigstes Gewässerschutzgesetz ist gerettet! EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius hat am 22. Juni 2020 bestätigt, dass die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) nicht angetastet werden soll. Im Rahmen des sogenannten "Fitness-Checks" der WRRL drohte, dass sie überarbeitet und dabei deutlich abgeschwächt wird. Das haben wir verhindert! 

 

Mehr als 375.000 Bürger:innen haben sich an unserer #ProtectWater-Kampagne beteiligt und dafür eingesetzt, dass das Gesetz in seiner jetzigen Form beibehalten und von ihren Regierungen besser umgesetzt wird. Die Mitgliedsstaaten müssen jetzt alles Notwendige in die Wege zu leiten, um das Ziel, bis spätestens 2027 alle Süßwasser-Ökosysteme der EU in einen guten Zustand zu bringen, noch zu erreichen.

 

In Deutschland sind zum Beispiel nur etwa acht Prozent der Flüsse in einem guten ökologischen Zustand. Die Bundesregierung muss die Umsetzung auf nationaler Ebene zu beschleunigen. Grenzwerte, etwa für Nitrat, müssten endlich eingehalten werden. Die Verbauung von Flüssen muss aufhören. Flussauen und Feuchtgebiete gilt es, als essenzielle Wasserspeicher und Hotspots der Artenvielfalt wiederherzustellen und konsequent zu schützen. 

 

Mit der Entscheidung der EU-Kommission ist klar, dass es keine weiteren Verzögerungen seitens der Mitgliedstaaten geben darf.

Was ist das Problem?

Über 90 Prozent der Deutschen Flüsse, Seen und Feuchtgebiete sind ökologisch in keinem guten Zustand. Damit liegen wir weit hinter dem EU-Durchschnitt zurück. EU-weit gelten immerhin etwa 40 Prozent der Gewässer als gesund. Über Generationen hinweg haben wir unsere Gewässer verschmutzt und zerstört.

 

Wenn wir so weitermachen hat das katastrophale Konsequenzen - für uns Menschen und für viele Wirtschaftszweige. Und für die Natur mit ihren zahlreichen Arten, die auf diese Ökosysteme zum Überleben angewiesen sind. Europäisches Recht beschützt unser Gewässer und unser Wasser, doch die Mitgliedstaaten wollen diesen Schutz jetzt aufweichen.

Was ist die Lösung?

Was wir unseren Flüssen und Seen in den letzten Dekaden angetan haben, können wir ohne eine starke Gesetzgebung nicht rückgängig machen. Zum Glück gibt es in der EU ein Gesetzeswerk, das unsere Flüsse, Seen, Bäche, Moore, Sümpfe, Küsten und unser Grundwasser schützt. Ein starkes Gesetz mit dem sperrigen Namen "Wasserrahmenrichtlinie" (WRRL). 

 

Unter anderem verpflichtet dieses Gesetz die Mitgliedstaaten dazu, Maßnahmen zu ergreifen, um die Gewässer wieder in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. Und zwar bis spätestens 2027. Aber während Sie diese Zeilen lesen arbeiten einige Mitgliedstaaten und Lobbyisten daran, dieses Gesetz zu schwächen. Das wäre ein fataler Schritt in die komplett falsche Richtung.