Jetzt würde alles besser werden, aber natürlich. Die Hoffnungen waren groß, seit klar war, dass der WWF 2016 in Salonga einsteigen würde. Geld, Arbeit, vielleicht eine neue Schule und ein Krankenhaus, irgendwas würde schon passieren. Endlich interessierte sich wieder jemand für Salonga.

Jemand anderes als die Wilderer, die mit ihren Gewehren in den Wald gehen und mit Tieren beladen herauskommen. Jemand anderes als die Ranger des Nationalparks, die kontrollieren sollen, dass sich auch von den Dorfbewohnern keiner am Park zu schaffen macht.

Die Menschen und der Park, das ist eine lange und komplizierte Geschichte. Gegründet wurde der Salonga Nationalpark von dem für seine Grausamkeit berüchtigten, größenwahnsinnigen Diktator Mobutu im Jahr 1970.

Viele Menschen wurden dafür aus ihrer Heimat im Wald vertrieben, lange bevor der WWF hier seine Arbeit aufgenommen hat. Ihrem Haupteinkommen, dem Jagen und Sammeln, durften sie nicht mehr nachgehen. Die angekündigten Kompensationen kamen bei vielen Leuten nie an.

Angesiedelt wurden sie im so genannten „Monkoto-Korridor“, einem etwa 40 Kilometer breiten Streifen zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Nationalparks. Ungefähr 130.000 Menschen leben hier heute, mehr schlecht als recht.

Jobs gibt es hier so gut wie keine, Investitionen sind auch nach dem Ende des Bürgerkriegs ausgeblieben. Für Tourismus fehlt jede Infrastruktur. Sesshafte Landwirtschaft haben die Menschen hier traditionell nie betrieben.

Viele haben sich der Fischerei auf den vielen Flüssen zugewandt. So viele, dass es kaum noch Fisch gibt. Im Nationalpark, ja – dort gibt es noch Fisch.

Karte des Monkoto-Korridors © WWF
Karte des Monkoto-Korridors © WWF

Dort könnte man ja auch noch jagen, wie früher. Aber das ist verboten.

Und so ist der Park für die Menschen zwar willkommene Hoffnung, wie man von allen Seiten hört. Und Hoffnung ist hier ein rares Gut. Aber die Geschichte des Parks mit Zwangsumsiedlungen, der Not und den fehlenden Kompensationen haben die Menschen nicht vergessen.

Viele müssen davon überzeugt werden, dass es diesmal wirklich besser wird. Jedes Jahr spürbar besser.

Viele müssen davon überzeugt werden, dass es diesmal wirklich besser wird. Jedes Jahr spürbar besser.

Die Menschen und der Park

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  • Frau im Monkoto-Korridor, Salonga © Karine Aigner / WWF-US Salonga – Wald der 1000 Gesichter

    Salonga kennt kaum jemand, doch es ist der größte Tropenwaldpark der Welt – in einem geschundenen Land. Weiterlesen ...

Credits

Verantwortliche Gesamtleitung: WWF/Marco Vollmar & Astrid Deilmann
Idee/Umsetzung/Videoproduktion: WWF/Anne Thoma & Gesa Labahn
Texte: WWF/Oliver Samson
Bildredaktion: WWF/Anja Bertuch und Paul Brandes
Produktionsassistenz: Cedric Longanga & Local WWF/ICCN Office Salonga