Um die Waschtemperatur feststellen zu können, wurden jährlich zwischen Mai 2022 und Mai 2026 zufällig ausgewählte Verbraucher:innen in Deutschland und Österreich gebeten, das Bedienfeld und die Trommel ihrer Waschmaschine zu fotografieren – ohne dass ihnen der genaue Zweck mitgeteilt wurde. So sollte das Risiko verringert werden, dass sie ihr Waschverhalten aufgrund der Erhebung verändern.
POSpulse führte die Erhebung im Auftrag von P&G durch. Das CSCP überprüfte die Berechnungen und analysierte die Daten. Weiterführende Angaben zum Untersuchungsdesign, zur Stichprobenauswahl und zur statistischen Auswertung werden in jährlichen Evaluationsberichten zusammengetragen.
P&G, Ariel & WWF: Initiative zu niedrigeren Waschtemperaturen
Procter & Gamble (P&G) und die Waschmittelmarke Ariel führen mit dem WWF Deutschland seit Sommer 2022 die Initiative #WirDrehenRunter durch. Sie informiert darüber, wie sich niedrigere Waschtemperaturen auf den Stromverbrauch und die mit dem Waschen verbundenen Treibhausgasemissionen auswirken können. Ziel der Initiative ist es, die durchschnittliche Waschtemperatur in Deutschland zu senken.
Zwischen Mai 2022 und Mai 2026 wurde ein Rückgang um insgesamt 2,44 °C ermittelt. Dies entspricht durchschnittlich 0,61 °C pro Jahr. Nach modellierten Berechnungen konnten hierdurch insgesamt 311.906 t CO₂-Äquivalente eingespart werden.
Messergebnisse zeigen: Mehr Menschen in Deutschland waschen mit niedrigeren Temperaturen
Das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) begleitet die Kampagne als externer wissenschaftlicher Partner. Das Institut erhebt seit 2022 jährlich im Mai Waschtemperaturen in Deutschland und Österreich. In Österreich fand keine entsprechende Kampagne statt; die Erhebung dort diente als Vergleich.
Die durchschnittliche Waschtemperatur lag in Deutschland bei der ersten Messung im Mai 2022 bei 43,20 °C und damit über dem europäischen Durchschnitt. Bei der jüngsten Messung im Mai 2026 lag die durchschnittliche Waschtemperatur bei 40,76 °C.
Während der in Deutschland gemessene Rückgang der Waschtemperaturen statistisch signifikant war, waren die Veränderungen in Österreich nicht statistisch signifikant: Dort lagen die Waschtemperaturen im Mai 2022 bei 42,79 °C und im Mai 2026 bei 42,08 °C.
Wie die Waschtemperaturen erhoben wurden
Wie sich niedrigere Waschtemperaturen auf Strombedarf und CO₂-Emissionen auswirken
Berechnungen zeigen, dass 60 Prozent des CO₂-Fußabdrucks des Wäschewaschens auf das Erhitzen der Wassertemperatur zurückgehen. In einem Bericht des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2015 heißt es: Die Verringerung der Temperatur von 40 auf 30 °C kann die mit einem Waschgang verbundenen CO₂-Emissionen um etwa 38 Prozent senken. Bei einer Verringerung von 60 auf 30 °C können es bis zu 60 Prozent sein.
Das CSCP hat berechnet, dass durch den Rückgang der durchschnittlichen Waschtemperatur um 2,44 °C insgesamt 311.906 t CO₂-Äquivalente eingespart werden konnten.
Für die Berechnung der potenziell eingesparten CO₂-Äquivalenten wurde die in der Ecoinvent-Datenbank erfasste CO₂-Intensität des Stroms mit der eingesparten Strommenge multipliziert. Die Berechnung wurde vom CSCP nach einer von externen Fachleuten begutachteten Methodik durchgeführt und von einem Expertenteam von P&G und WWF Deutschland überprüft.
Impressionen von den durchgeführten Aktivitäten
Bis heute hat die Initiative 56 Millionen Menschen auf unterschiedlichsten Wegen erreicht – von TV bis Kaltwaschsalons.
Hinweise für den Waschalltag gibt die WWF Akademie
Für gewöhnliche, normal verschmutzte Wäsche ist eine Waschtemperatur von 30 °C ausreichend. Bei besonderen Hygieneansprüchen, die etwa durch Krankheiten im Haushalt bedingt sind, können höhere Waschtemperaturen erforderlich werden.
Informationen zur Wahl von Waschtemperatur, Programm und Dosierung bietet der interaktive Kurs der WWF Akademie.
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WWF Akademie: Kälter Waschen
Weitere Hintergrundinformationen
Über P&G
Procter & Gamble ist ein international tätiger Konsumgüterhersteller mit Hauptsitz in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Das Unternehmen wurde 1837 gegründet und ist seit 1960 in Deutschland vertreten. Das Produktportfolio umfasst unter anderem Erzeugnisse aus den Bereichen Babypflege, Körperpflege, Rasur, Mundpflege sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel. Aktuelle Unternehmens- und Umweltdaten veröffentlicht P&G in seinen Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten. Dabei handelt es sich um Angaben des Unternehmens.
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