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Dürre im Depot?

04. September 2018

WWF Deutschland und NKI veröffentlichen Ratgeber zur Integration von Klimakriterien in die Kapitalanlage von Versorgungseinrichtungen

Pensionskassen sollten beim Geldanlegen ans Klima denken © Romol Tavani/istockphotos/Getty Images
Pensionskassen sollten beim Geldanlegen ans Klima denken © Romol Tavani/istockphotos/Getty Images

Versorgungseinrichtungen und Versicherte finden in einem neuen Ratgeber die wichtigsten Informationen zu den Folgen der Klimakrise und der Klimapolitik auf ihre Kapitalanlagen bzw. Altersversorgung. Kern des Ratgebers von WWF Deutschland und NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen ist eine Musteranlagerichtlinie, mit der Pensionskassen und andere Versorgungseinrichtungen Klimakriterien in ihre Kapitalanlage integrieren können.

 

Kapital klimaverträglich anlegen

Für Versorgungseinrichtungen etwa der betrieblichen Altersversorgung, berufsständische, kommunale und kirchliche Versorgungskassen sind Klimakrise und Klimapolitik gleich in doppelter Hinsicht relevant. Aufgrund ihres langfristigen Anlagehorizonts sind sie zum einen von den Auswirkungen der Klimakrise in besonderer Weise betroffen. Zum anderen können sie durch ihre Kapitalanlagen, beispielsweise durch Investments in Unternehmen, die sich konsequent auf den Strukturwandel ausrichten, oder in erneuerbare Energien einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. So verfügen beispielsweise die in der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) organisierten Einrichtungen über ein Vermögen von über 196 Mrd. Euro, die Kapitalanlagen der deutschen Pensionskassen betrugen Ende 2016 rund 155,5 Mrd. Euro.

 

Regulatorische Anforderungen steigen

Auch der Gesetzgeber hat erkannt, dass die Klimakrise und ihre Begrenzung mit Chancen, aber auch Risiken für die Versorgungseinrichtungen und damit für Millionen von Versorgungsempfängern einhergehen. Die europäische „Richtlinie über die Tätigkeiten und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung“ (EbAV II) enthält daher erstmals auch klima- und nachhaltigkeitsbezogene Anforderungen. Danach müssen Pensionskassen und -fonds zukünftig unter anderem darüber informieren, inwieweit sie ökologische, klimarelevante, soziale und die Unternehmensführung betreffende Aspekte in der Anlagepolitik berücksichtigen.

 

Ratgeber bietet umfassende Unterstützung

Mit dem Ratgeber wollen der WWF Deutschland und das NKI die Versorgungseinrichtungen dabei unterstützen, die steigenden klimabezogenen Anforderungen zu erfüllen. Neben Bausteinen zur Integration von Klimakriterien in die Anlagerichtlinien enthält der Ratgeber praxisnahe Hintergrundinformationen zu den Risiken der Klimakrise, zur Wirkung entsprechender Kriterien auf den Anlageerfolg, sowie zu geeigneten Anlagestrategien und Anlageklassen. An der Erarbeitung des Ratgebers waren neben dem WWF Deutschland und dem NKI verschiedene deutsche Versorgungseinrichtungen beteiligt.

 

Zum Hintergrund

Auf der Weltklimakonferenz in Paris im Jahr 2015 hat sich die Staatengemeinschaft auf verbindliche Klimaziele verständigt. Die beschlossene Begrenzung der Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad Celsius setzt eine umfassende Dekarbonisierung der Wirtschaft voraus. In einigen Sektoren können die heute verwendeten Technologien, z. B. der Verbrennungsmotor, nicht mehr verwendet werden, in anderen steht das aktuelle Geschäftsmodell in Frage, beispielsweise bei den Betreibern fossiler Kraftwerke.

 

Diese Entwicklungen beeinflussen die Geschäftstätigkeit und Ertragsfähigkeit von Unternehmen und damit ihre Bonität, Dividendenfähigkeit und Aktienkursentwicklung. Auch andere Anlageklassen werden durch die Klimakrise beeinflusst, etwa Immobilien und Infrastrukturprojekte. Durch die Berücksichtigung von Klimakriterien bei der Kapitalanlage können entsprechende Risiken reduziert und Chancen für die Kapitalanlage genutzt werden. 

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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