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Das Finanzsystem der Zukunft

25. Februar 2019

Zum Staatssekretärsausschuss: WWF und GSFC Germany veröffentlichen Politik-Roadmap für den Finanzsektor

Die Politik muss einen Rahmen für ein nachhaltiges Finanzsystem erarbeiten © istockphoto/Getty Images
Die Politik muss einen Rahmen für ein nachhaltiges Finanzsystem erarbeiten © istockphoto/Getty Images

Das Finanzsystem braucht einen politischen Rahmen für die Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten. Dieser würde Finanz- und Realwirtschaft befähigen, gemeinsam und proaktiv den Finanz- und Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftssicher zu machen. Gleichzeitig würden auf diese Weise die bisher vernachlässigten Umwelt- und Klimarisiken minimiert. Der WWF Deutschland veröffentlicht daher im Vorfeld des Staatssekretärsausschusses zu Sustainable Finance an diesem Montag in Zusammenarbeit mit dem Green and Sustainable Finance Cluster Germany sowie Akteuren des Finanzsektors und der Wissenschaft eine Politik-Roadmap. Sie soll Impulse geben und dazu beitragen, ein zukunftssicherndes Finanzsystem zu schaffen, das als eine tragende Säule von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in Deutschland dient.

 

„Der Finanzsektor spielt zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende oder der Erreichung von Klima- und Umweltzielen bislang kaum eine Rolle. Und obwohl er als wichtiges Element zur Stabilitäts- und Wohlstandssicherung verstanden wird, fallen Umweltrisiken dabei kaum ins Gewicht. Sein Potential und seine Rolle werden viel zu sehr verschenkt“, sagt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland. „Das Finanzsystem durchzieht sämtliche Bereiche: Kapitalflüsse müssen dort ankommen, wo der Weg für eine zukunftsfähige Wirtschaft in Deutschland geschaffen wird. Das reduziert gleichzeitig die Risiken zukünftiger Finanzkrisen. Deutschland sollte in Europa die Diskussion mit zentralen EU-Staaten gestalten, die sich bereits auf den Weg gemacht haben.“

 

Die Roadmap zeigt Elemente für eine Politikstrategie der Bundesregierung auf, indem sie wichtige Themenfelder für die kommenden Jahre identifiziert. So gilt es mit Blick auf Transparenz und Offenlegung, mithilfe einer Klassifizierung zuerst ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, was als nachhaltig gilt. An einer solchen Taxonomie arbeitet Brüssel bereits: Hier sollte sich die Bundesregierung konstruktiv einbringen und vor allem auch zuhause die relevanten Akteure – von Versicherungen hin zu Ministerien – zusammenbringen, um ein gemeinsames Verständnis zu fördern. In einem zweiten Schritt gilt es dann, die Nachhaltigkeitsaspekte transparent zu machen. So sollten etwa Verbraucher bei Finanzprodukten aller Art vor Vertragsabschluss systematisch dazu informiert werden.

 

Beim Thema Risikomanagement sind für Bewertungen und Entscheidungen Szenarien hinzuzuziehen, die künftige Entwicklungen abzeichnen:  Diese Szenarien müssen sich am Wandel hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaftsweise genauso ausrichten wie an einer stärker werdenden Klimakrise. Denn so wird offenkundig, wie etwa Investitionen in fossile Energien an Wert verlieren können, bzw. welche Klimarisiken im Falle mangelnden Klimaschutzes drohen. Die heutigen Bewertungsgrundlagen vernachlässigen beides und sind eine schlechte Grundlage etwa zur Sicherung der Altersversorgung.

 

„Nachhaltigkeit im Finanzsektor zu etablieren, heißt, Innovationskräfte in Finanz- und Realwirtschaft zu entfalten und Stabilität zu gewährleisten“, so Kristina Jeromin, Co-Geschäftsführerin des Green and Sustainable Finance Cluster Germany. „Genau hier liegt eine Aufgabe der Politik. Insbesondere vor dem Hintergrund von bereits laufenden, intensiven EU-Prozessen zu mehr Nachhaltigkeit im Finanzwesen ist die Bundesregierung gefordert, jetzt zu gestalten, statt noch länger zu warten.“

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar(at)wwf.de

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