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Bauernproteste in Berlin: Zusammen statt aneinander vorbei

26. November 2019

WWF fordert Dialog zwischen allen Beteiligten

© Agrarfoto
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Landwirte aus ganz Deutschland demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Dr. Diana Pretzell und Dr. Rolf Sommer, Leiter der Bereiche Biodiversitätspolitik und Landwirtschaft beim WWF Deutschland, kommentieren die Proteste:

 

„Niedrige Erzeugerpreise, liberalisierte Weltmärkte, hohe Flächenpreise und nicht zuletzt ein steigender politischer und gesellschaftlicher Druck stellen die Landwirte in Deutschland vor große Herausforderungen. Für viele zu groß. Deshalb sind die Proteste der Landwirte gegen die Umweltverordnungen und den damit für sie verbundenen Umstellungen ihrer Arbeit nachvollziehbar.

Aber Landwirte tragen auch eine große gesellschaftliche Verantwortung. Wie sie arbeiten hat nicht nur großen Einfluss auf die Qualität unserer Lebensmittel, sondern auch auf Gewässer, auf das Klima und die Artenvielfalt in Deutschland.

Daher muss es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein, den Fortbestand einer Landwirtschaft in Deutschland zu sichern, von der die Landwirte leben können, die gleichzeitig aber auch die natürlichen Ressourcen schützt.

In den letzten 30 Jahren hat etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland aufgegeben – bei etwa 70 % ist die Hofnachfolge ungeklärt.

 

Es ist absolut unverständlich, wie über so viele Jahre Agrarpolitik an den Landwirten vorbei gemacht wurde. Dabei gibt es so viele Landwirte, die mit innovativen Ideen nach vorne gehen. Nun ist es an der Zeit, dass Bauernverband und Landwirtschaftsministerium diese Ideen aufgreifen und die Landwirtschaft progressiv nach vorne bringen. Doch erhalten die Landwirte den Großteil der Zahlungen aus Brüssel für die Fläche, die sie bewirtschaften und nicht für die gesellschaftlichen Leistungen, die sie erbringen. So profitieren lediglich Bauern, die viel Fläche besitzen. Nur etwa zwei Prozent der Betriebe bekommen 32 Prozent der Subventionen. Ein Umdenken ist bei allen Beteiligten dringend notwendig, denn Umweltschutz und Landwirtschaft sind kein Widerspruch, sondern funktionieren nur miteinander“.

KONTAKT

Leona Specht

Pressestelle WWF 

Tel: 030-311777-490

leona.specht@wwf.de

 

 

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