Globalen Klimaschutz deutlich entschiedener vorantreiben

Nach zähen Verhandlungen hat sich der Weltklimarat (IPCC) auf einen neuen Synthesebericht zur Klimakrise verständigt. Der am Montag vorgestellte Bericht fasst auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die dramatische Lage und die mit der Klimakrise einhergehenden Risiken zusammen und zeigt auf, wie die Weltgemeinschaft darauf reagieren muss. 

Der Bericht stellt die umfangreichste Zusammenfassung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Klimakrise seit dem letzten Synthesebericht vor knapp zehn Jahren dar. „Er zeigt einerseits unmissverständlich die bereits verheerenden Auswirkungen der Klimakrise auf die Menschheit und Ökosysteme weltweit sowie die Gefahren, wenn die Weltgemeinschaft weiter zaudert“, erklärt Viviane Raddatz, Fachbereichsleiterin für Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Er zeigt aber andererseits auch sehr klar, dass wir dieser kolossalen Herausforderung gewachsen sind, wenn wir jetzt entschieden handeln.“ 

Der WWF fordert die Regierungen auf, die Warnungen und Erkenntnisse des IPCC ernstzunehmen und die Empfehlungen zu drastischen Emissionsminderungen schnellstens umzusetzen.

”Wir wissen, wie wir die Emissionen schnell senken und haben auch die Mittel dazu. Jetzt kommt es darauf an, politisch Verantwortung für künftige Generationen zu übernehmen."

Viviane Raddatz, Fachbereichsleiterin für Klimaschutz und Energiepolitik, WWF Deutschland

"Und auch wenn einige Länder bereits Treibhausgasreduktionen erreichen, mangelt es vielerorts noch immer am politischen Willen oder den nötigen Ressourcen, der Klimakrise entschlossen entgegenzutreten und eine Klimakatastrophe zu verhindern. Der Bericht zeigt deutlich: Es ist geboten und jede Mühe wert, die globale Erhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen”, betont Raddatz. “Klar ist, dass bei den Schäden für Menschen und Ökosysteme, die wir bereits heute sehen und die in Zukunft zu erwarten sind, jedes Zehntelgrad zählt.”  

Der WWF fordert, dass Deutschland international bis 2025 die zugesagte Klimafinanzierung in Höhe von jährlich sechs Milliarden Euro bereitstellen und auf acht Milliarden Euro erhöhen muss, um Länder des Globalen Südens bei ihren Bemühungen zu unterstützen. 

Auch in Deutschland selbst müssen die Klimaschutzbemühungen deutlich schneller vorangetrieben werden. „Dieser Sommer muss zum Sommer der Umsetzung werden“, fordert Raddatz. „Dazu zählt, das längst überfällige Klimaschutzsofortprogramm endlich zu verabschieden, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen und den Ausstieg aus fossilen Energien konsequent zu vollziehen. Insbesondere der Verkehrs- und der Gebäudesektor, in denen Deutschland seine Klimaziele weiterhin nicht erfüllt, müssen nun endlich auf Klimakurs gebracht werden. Dies ist ein klarer Auftrag an Bundeskanzler Olaf Scholz, die Blockaden beim Ende der Woche tagenden Koalitionsausschuss zu beenden und die vereinbarten Maßnahmen jetzt voranzubringen.“ 

Der IPCC-Bericht zeigt auch, dass die Natur in den vergangenen zehn Jahren 54 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen absorbiert und dadurch die Erderhitzung verlangsamt hat. „Die Natur ist unsere Verbündete bei der Bewältigung der Klimakrise“, erklärt Raddatz. „Doch weil Ökosysteme durch die Klimakrise gefährdet werden, drohen wir diese Verbündete zu verlieren.“  

Ein jüngst vom WWF vorgestellter Bericht beschreibt aufbauend auf der Arbeit des IPCC die miteinander verflochtenen Notlagen, die durch die vom Menschen verursachte Klimakrise und den Verlust der biologischen Vielfalt entstanden sind und das Wohlergehen heutiger und künftiger Generationen bedrohen. Er zeigt auf, wie wir die Natur besser in unsere Bemühungen für Klimaschutz und Anpassung einbeziehen können.

Kontakt

Jelena Admoni

Pressesprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

    Dürren, Überflutungen, Stürme: Immer häufiger und heftiger führt die Klimakrise zu Tod und Verwüstung. Mehr zur WWF-Klimaschutzarbeit