Weltgrößtes Feuchtgebiet Pantanal verzeichnet 4.000 Feuer im November

Mit der extremen Dürre in Brasilien ist auch die Zahl der Brände in dem südamerikanischen Land sprunghaft angestiegen. Im Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Erde, wurden allein in den ersten 20 Tagen des Novembers rund 4.000 Feuerausbrüche verzeichnet, wie das brasilianische Weltrauminstitut INPE vermeldet. Die Zahl der Brände liegt damit neunmal höher als im November-Durchschnitt der letzten 25 Jahre. Die zerstöre Fläche summiert sich auf etwa 12.000 Quadratkilometer – das Dreifache des gesamten Jahres 2022. Nicht davon erfasst sind dabei die Zerstörungen auf der bolivianischen Seite, die laut WWF mindestens genauso dramatisch ausfallen.

Roberto Maldonado, Bereichsleiter Lateinamerika beim WWF Deutschland, kommentiert: „Überschwemmungen, Trockenheit und auch Feuer gehören zur natürlichen Dynamik im Pantanal. Doch in den letzten Jahren erleben wir immer extremere Dürren und Mammutbrände, die völlig außer Kontrolle geraten und das sensible Ökosystem zu zerstören drohen. Um diese Katastrophe abzuwenden, brauchen wir einen wirksamen globalen Klimaschutz. Gleichzeitig muss das Pantanal vor Ort besser geschützt werden vor der sich ausbreitende Agrar- und Viehwirtschaft sowie durch eine wirksame Brandbekämpfung. Und nicht zuletzt müssen wir die Flussquellen des Feuchtgebiets wieder aufforsten.“

Hintergrund: Aufgrund seiner globalen ökologischen Bedeutung wurden Teile des Pantanal in Brasilien im Jahr 2000 zum Weltnaturerbe erklärt. Eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten ist ausschließlich in dem riesigen Feuchtgebiet zwischen Bolivien, Paraguay und Brasilien beheimatet. Das Pantanal zählt zu den artenreichsten Gebieten des Planeten und ist die Heimat seltener Arten wie Jaguaren, Tapiren oder Hyazinth-Aras.

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  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

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