WWF: Fossile Sackgasse statt verlässliche Wärmewende

Der WWF Deutschland kritisiert den von der Bundesregierung erzielten Kompromiss zum geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) im Kontext der jüngsten Entwicklungen scharf. Was als Ausgleich zwischen Klimaschutz und Bezahlbarkeit präsentiert wird, erweist sich bei genauer Betrachtung als klimapolitischer Rückschritt mit bleibenden sozialen Risiken.  

„Die Bundesregierung schafft erneut fossile Anreize – und das inmitten einer anhaltenden fossilen Energiekrise nicht gekannten Ausmaßes. Das ist energie- und klimapolitisch ebenso wie sozial riskant. Der aktuelle Kompromiss öffnet neuen fossilen Investitionen Tür und Tor und droht, die Wärmewende erheblich auszubremsen.“

Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland

Besonders kritisch bewertet der WWF die vorgesehene Regelung, dass auch fossile Heizungen langfristig weiterhin eingebaut werden können – wie schon in den Eckpunkten zum GModG festgehalten. „Die Heizungswahl muss sich an Klimazielen und langfristiger Bezahlbarkeit orientieren. Während europäische Nachbarländer den Abschied von fossilen Heizungen beschleunigen, setzt die Bundesregierung inmitten der fossilen Krise erst recht bewusst darauf. Fossile Heizungen dürfen jedoch keine Option mehr sein“, so WWF-Klimachefin Viviane Raddatz. „Wir befürchten, dass Eigentümer vor Inkrafttreten neuer Regelungen erst recht vermehrt neue fossile Systeme installieren und damit langfristige Abhängigkeiten verfestigen – auf Kosten des Klima- und Verbraucherschutzes.“ 

Zwar begrüßt der WWF die Entscheidung grundsätzlich, dass Vermieter künftig an CO₂-Kosten, Netzentgelten und teureren biogenen Brennstoffen beteiligt werden sollen. „Doch das Prinzip wer bestellt, muss bezahlen wird mit einer 50/50-Teilung nicht konsequent umgesetzt. Wer über ein fossiles Heizungssystem entscheidet, sollte auch vollständig die wirtschaftlichen Kostenrisiken dessen Betriebs tragen“, fordert Raddatz. „Durch den Einbau klimafreundlicher Heizungen wie Wärmepumpen können die Folgekosten für Mietende und Vermietende vermieden werden. Gerade in besonders ineffizienten Gebäuden stellt die hälftige Kostenübernahme der Mietenden beim CO2-Preis sogar einen Rückschritt dar.”  

Der WWF widerspricht zudem ausdrücklich der Darstellung der Bundesregierung, Klimaschutz und Bezahlbarkeit seien mit dem Kompromiss vereint worden. „Das Gegenteil ist der Fall: Die geplanten Änderungen werden die Klimaschutzlücke im Gebäudesektor massiv vergrößern. Die Klimaziele werden durch diese Vorhaben nicht eingehalten werden. Gleichzeitig verdeckt das gezeichnete positive Bild ‘grüner Gase’ die erheblichen Kostenrisiken, die damit einhergehen.“ 

Kontakt

Jelena Admoni

Pressesprecherin für Unternehmenskooperationen / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

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