Entscheidender Schritt raus aus den fossilen Energien

Zum Abschluss der Santa-Marta-Konferenz zieht der WWF Deutschland ein positives Fazit. Gemeinsam diskutierten 56 Staaten, wie die Abkehr von fossilen Energien organisiert und vollzogen werden kann. Damit markiert die Konferenz einen entscheidenden Meilenstein bei der Umsetzung der Energiewende weg von fossilen Brennstoffen.

„Das Ergebnis von Santa Marta ist ein ermutigendes Signal. Die Konferenz hat den Grundstein für eine neue, umsetzungsorientierte Initiative gelegt. Sie ermöglichte es, die beschlossen Ziele zur Abkehr von fossilen Energien in konkrete Schritte und Arbeitsstränge zu übersetzen. Das ist enorm wichtig, denn trotz ihrer Verankerung in den globalen Energiezielen der COP28 ist die Abkehr von fossilen Energien bislang das Ziel mit dem größten Umsetzungsdefizit. Die Konferenz hat den festgefahrenen Verhandlungen endlich Raum für einen offenen Dialog gegeben und die Umsetzung beflügelt“, erklärt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland.

Es ist gelungen, wichtige Fortschritte in den drei zentralen Arbeitsbereichen zu machen. Dazu gehören die Ausarbeitung nationaler Fahrpläne und die Verankerung der Beschlüsse der COP 28 zum Ausstieg aus fossilen Energien und der Verdreifachung der erneuerbaren Energien in den nationalen Plänen, die Bewältigung makroökonomischer Abhängigkeiten und die Neugestaltung der Finanzarchitektur sowie die Neugewichtung von Handel und Investitionen, um die Dekarbonisierung zu ermöglichen.

Ein aus Sicht des WWF zentrales Ergebnis ist die Einrichtung eines speziellen wissenschaftlichen Gremiums mit Mitgliedern aus den Bereichen Klima, Wirtschaft und Technologie. Das Gremium wird bis 2035 jährlich Empfehlungen aussprechen, um zur Entwicklung zukünftiger Maßnahmen beizutragen und die politische Umsetzung zu begleiten, die auf einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen abzielt. Ein weiteres Ziel ist es, das Engagement von Wissenschaftlern aus dem Globalen Süden zu verstärken. 

Der WWF würdigt die Führungsrolle des Globalen Südens, insbesondere Kolumbiens, das die Konferenz gemeinsam mit der niederländischen Regierung organisierte. Dies unterstreicht die Bedeutung dieser Art der Zusammenarbeit für die Zukunft angesichts der Notwendigkeit eines koordinierten Übergangs weg von fossilen Abhängigkeiten.

Im Abschlussstatement wurde eine Folgekonferenz in Tuvalu angekündigt, die das Land gemeinsam mit Irland organisiert.

„Die Konferenz war ein Startpunkt. Auch über Santa Marta hinaus muss die Dringlichkeit erhalten bleiben, damit die Abkehr von Kohle, Öl und Gas zur Realität wird. Die Priorität liegt nun darauf, von Verpflichtungen zur Umsetzung überzugehen. Nationale Fahrpläne für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sind unerlässlich – klare, von den Ländern selbst verantwortete Wege, die auf Wissenschaft und Gerechtigkeit basieren und in die NDCs integriert sind. Sie bieten die Sicherheit, Koordination und Rechenschaftspflicht, die erforderlich sind, um Maßnahmen zu beschleunigen und eine lebenswerte Zukunft in Reichweite zu halten.

Entscheidend ist auch, was Deutschland von der Konferenz mitnimmt. International ist es wichtig, dass sich Deutschland und die EU auch bei der zweiten Konferenz konstruktiv einbringen und Tuvalu und Irland in der Vorbereitung unterstützen. National braucht es einen klaren Kurswechsel – statt weiter den Ausbau von Gas zu fördern, sollte Deutschland konsequent auf Elektrifizierung und den Ausbau erneuerbarer Energien setzen,“ so Viviane Raddatz.

Kohle, Öl und Gas tragen mit 90 Prozent aller CO2-Emissionen maßgeblich zur Klimakrise bei und verursachen und verschärfen geopolitische Unsicherheiten und Krisen. Auf der COP28 hatten sich die Staaten auf die Abkehr von fossilen Energien, die Verdreifachung erneuerbarer Kapazitäten und die Verdopplung der Energieeffizienz geeinigt.

Ein WWF Policy Paper zur Konferenz finden Sie hier: https://wwfint.awsassets.panda.org/downloads/pdf_policy-paper_wwf-policy-brief-santa-marta_final_formatted.pdf

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Kontakt

Freya Duncker

Pressesprecherin

Meeresschutz und Biodiversität / Hamburg

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