Veranstaltungen verursachen jedes Jahr große Mengen an Verpackungsmüll. Allein die Stadt Berlin beziffert die Menge des bei öffentlichen Veranstaltungen anfallenden Mülls auf rund 1.600 Tonnen pro Jahr – davon etwa 750 Tonnen bei Großveranstaltungen mit mehr als 100.000 Besuchenden.
Das verursacht mehrere Probleme: Überfüllte Mülltonnen, Einwegmüll in der Umwelt, hohe Entsorgungskosten. Dabei zeigen Praxisbeispiele, dass Mehrweg funktioniert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Der neue Report des Ökopol Instituts zieht nach drei Jahren Zusammenarbeit der Initiative mehrweg.einfach.machen. – eine Kooperation von ProjectTogether, dem Mehrwegverband und WWF Deutschland zur praktischen Umsetzung der Mehrwegangebotspflicht – Bilanz und belegt: Besonders bei Veranstaltungen kommt Mehrweg gut bei Besuchenden an und hilft, Müll zu reduzieren.
Laura Griestop, Mehrweg-Expertin beim WWF, sagt: „Mehrweglösungen funktionieren dort besonders gut, wo Zugang und Rückgabe relativ unkompliziert sind – etwa bei Großveranstaltungen. So konnten bei einem ‘Die Ärzte‘-Konzertwochenende mit rund 150.000 Besucher:innen über 57.000 Einwegartikel im Bereich Gastronomie durch Mehrweg ersetzt werden – das entspricht 548 Kilogramm weniger Abfall, oder rund 27 prall gefüllten Müllsäcken.
Auch bei Laufveranstaltungen zeigte sich großes Potenzial. Beim Berliner Marathon 2023 und zwei Halbmarathonläufen 2022 und 2024 konnten Mehrwegbecher an nur wenigen Trinkstationen zehntausende Einwegbecher ersetzen. Gedacht in der Größe eines Laufevents mit 47.500 Teilnehmenden: Bei einer kompletten Umstellung auf Mehrwegbecher und, wenn die Laufenden an 60 Prozent der Verpflegungsstationen zu einem Wasser im Mehrwegbecher greifen, lassen sich rund 1.800 Kilogramm Abfall an Einwegbechern einsparen. Mehrweglösung sollten daher auf solchen Großveranstaltungen ein verpflichtender Standard werden. Bei offenen Kreisläufen braucht es hingegen ambitioniertere Ziele und gezielte Förderung, um die Verpackungswende zu ermöglichen.”
Die wichtigste Botschaft des Reports lautet: Mehrweg funktioniert schon heute. Und Menschen nutzen Mehrweg, wenn es alltagstauglich und bequem ist. Es braucht jedoch den politischen Willen, konsequent auf Mehrweg zu setzen. Zum Beispiel, indem Mehrweg auf Veranstaltungen verbindlich wird.
Den Kommunen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Denn Städte und Gemeinden haben die Hoheit über das lokale Veranstaltungsangebot sowie die Abfallwirtschaft und können somit gezielt Mehrweglösungen fördern.