Dringend gesucht: Schub für den weltweiten Klimaschutz

19.4.2026:  Nach dem unterm Strich enttäuschenden Ergebnis der Klimakonferenz Ende vergangenen Jahres in Brasilien muss die Weltgemeinschaft wieder Kurs auf die Pariser Klimaziele nehmen. Das fordert der WWF anlässlich des 17. Petersberger Klimadialogs, der am 21. und 22. April in Berlin stattfindet. Als erstes hochrangiges Treffen nach der COP30 kann der Petersberger Klimadialog dazu beitragen, diverse Akteure zusammenzubringen und Prioritäten zu setzen.  

Dazu gehört, eine Antwort auf die in Summe unzureichenden Klimaschutzpläne der Länder zu finden. Einen Schub für den Klimaschutz können auch die von der COP30 Präsidentschaft angekündigten Roadmaps zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und zum Stopp der weltweiten Entwaldung bringen, wenn diese nun richtig ausgestaltet und im Anschluss konsequent in umsetzbare nationale Strategien übertragen werden. 

“Angesichts der Krisen unserer Zeit kann die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit nicht genug betont werden. Wir als Staatengemeinschaft haben es in der Hand, eine lebenswerte Zukunft für alle zu schaffen. Wir können der Klimakrise Einhalt gebieten. Konferenzen wie der Petersberger Klimadialog sind wichtige Plattformen dafür, Herausforderungen zu besprechen und Lösungen zu finden”, sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland. 

Für die Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz Türkei und die Verhandlungspräsidentschaft Australien bietet sich in Berlin die Möglichkeit, Erwartungen und Ziele für das kommende Jahr voranzubringen. “Wir müssen in die Umsetzung von Maßnahmen kommen. Die Ergebnisse der ersten globalen Bestandsaufnahme von 2023 dürfen keine leeren Worthülsen bleiben, sondern müssen echten Fortschritt in der Praxis beflügeln. Das gilt insbesondere für die Abkehr von den fossilen Energien, die hauptverantwortlich für die Klimakrise sind”, so Raddatz.  

Petersberg kann hier Ausgangspunkt für erfolgreiche Gespräche nur wenige Tage später in Kolumbien sein, wo die erste internationale Konferenz zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas stattfindet. Deutschland bleibt in Sachen fossiler Energien aktuell weit hinter dem Notwendigen zurück und macht eher mit Rück- anstatt Fortschritten auf sich aufmerksam. “Die Bundesregierung ist auf Gas- statt Zukunftskurs und gefährdet damit nicht nur den internationalen Klimaschutz, sondern auch die Wirtschaftsfähigkeit Deutschlands. Von den extremen Belastungen für die Menschen im Land ganz zu schweigen, die das Festhalten an fossilen Strukturen verursacht”, so Raddatz. 

Fortschritt braucht es auch in Sachen Klimafinanzierung. Nach wie vor fehlt die klare Verantwortlichkeit, um die zugesagten 1,3 Billionen Dollar pro Jahr ab 2035 bereitzustellen. Industrieländer wie Deutschland sollten frühzeitig angemessen hohe Zusagen machen, um weitere Finanzierung anzureizen. Bestenfalls schon auf dem Petersberger Klimadialog, aber spätestens bis zur kommenden UN- Weltklimakonferenz COP31 muss die Bundesregierung eine neue Zusage für die internationale Klimafinanzierung für den Zeitraum 2026-2030 formulieren. Wenn Deutschland gemäß Koalitionsvertrag seinen fairen Beitrag leisten soll, wäre eine Steigerung auf jährlich zwölf Milliarden Euro an Haushaltsmitteln bis 2030 angemessen. 

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Kontakt

Lea Vranicar

Pressesprecherin

Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

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