Klimaschutz ist Mieter:innenschutz

Berlin, 18.4.2026: Die bisher bekannt gewordenen Vorschläge für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bergen erhebliche Risiken insbesondere für Mietende. Darauf weist der WWF-Deutschland in einem neuen Forderungspapier an die Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten hin. „Grüngasquote“ und „Bio-Treppe“ bekommen nur über ihren Namen einen grünen Anstrich, in Wirklichkeit sind diese Instrumente nicht nachhaltig – weder ökologisch noch sozial, kritisiert der WWF. Beide liefern keinen gesicherten Beitrag zum Klimaschutz und keine Verlässlichkeit oder Planbarkeit bezüglich der Kosten und der Verfügbarkeiten.

„Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, Wohnen für alle Menschen bezahlbar, verfügbar und umweltverträglich zu gestalten. Mit den aktuellen Vorschlägen droht das Gegenteil. Während selbstnutzende Gebäudeeigentümer:innen sich vor steigenden Preisen durch die Wahl einer klimafreundlichen und im Verbrauch günstigen Heizung schützen können, drohen Mietenden enorme Kosten, ohne dass sie Entscheidungshoheit über die Wärmeversorgung oder den energetischen Zustand ihres Zuhauses haben“, sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland. „Fehlentscheidungen für fossile Heizungen müssen auch von denen verantwortet werden, die sie treffen. Das heißt: Die Zusatzkosten sollten bei den Vermietenden und Eigentümer:innen liegen.“

Der WWF fordert, das Gebäudemodernisierungsgesetz so zu gestalten, dass es einen Beitrag zu Klimaschutz, wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit leistet. Dazu gehört auch, die bisher geltende 65-Prozent-Vorgabe für die Beimischung erneuerbarer Energie auf keinen Fall durch die Bio-Treppe und Grüngasquote zu ersetzen.

„Die Abschaffung der 65-Prozent-Vorgabe öffnet die Tür für ein fossiles Weiter-so – mit absehbaren Folgen: Mietende tragen die Mehrkosten aus CO2-Preis, Biomethan und steigenden Gasnetzentgelten, ohne die Entscheidung dafür getroffen zu haben. Gleichzeitig fehlen Vermietenden die Anreize, in klimafreundliche Lösungen wie Wärmepumpen zu investieren. Das ist das Vermieter-Mieter-Dilemma in seiner reinsten Form – und die Bundesregierung könnte es durch das GMG noch weiter verschärfen. Das Ergebnis: Klima und Mietende verlieren, die fossile Wirtschaft gewinnt“, so Raddatz.

Hintergrund:

Im Zentrum der Vorschläge zum GMG steht die geplante Abschaffung der sogenannten 65-Prozent-Regel im Gebäudeenergiegesetz (GEG), der zufolge neu eingebaute Heizungen in der Regel zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Vorgabe ist bislang das zentrale klimapolitisches Instrument im GEG und trägt dazu bei, Emissionen wirksam zu senken sowie Verbraucher:innen mittel- und langfristig u.a. vor steigenden fossilen Energiepreisen zu schützen.

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Kontakt

Lea Vranicar

Pressesprecherin

Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

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