WWF: EU-Rohstoffstrategie nutzen, um Vorfahrt für Recycling und Kreislauwirtschaft zu schaffen

Berlin den 29.04.2026: Ein neuer Report des „United Nations University Institute for Water, Environment and Health“ (UNU-INWEH) beleuchtet die gravierenden Umwelt- und Gesundheitsschäden, die der Abbau kritischer Mineralien wie Lithium und Kobalt vor allem in Ländern des Globalen Südens verursacht. Vor Ort leiden Menschen unter verunreinigtem Wasser, akuter Wasserknappheit und Giftmüll. Dazu sagt Dr. Esther Laabs, Rohstoff- und Batterieexpertin des WWF Deutschland:

„Egal ob Lithium, Kobalt oder Kupfer: Je weniger Rohstoffe wir neu abbauen, desto besser. Es muss für die EU oberstes Ziel sein, die einmal durch Bergbau gewonnenen strategischen Rohstoffe im Kreislauf zu halten und so lange wie möglich in Erst- und Zweitanwendungen zu nutzen. Je mehr dieser Rohstoffe wir einsparen und wiederverwenden, desto weniger Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Bergbau und desto weniger Abhängigkeit von Importen. Die EU-Kommission muss Vorfahrt schaffen für eine konsequente Kreislaufwirtschaft in der EU und Anreize für ein langlebiges Design, materialeffiziente Prozesse und zirkuläre Geschäftsmodelle setzen.

Recycling könnte in naher Zukunft einen großen Teil des Rohstoffbedarfs in der EU decken und hat klare Umweltvorteile gegenüber dem Primärbergbau. Die Recyclingquoten bei kritischen Mineralien müssen daher schnell und deutlich steigen, der Verbrauch von Primärrohstoffen sinken. Wie kann es beispielsweise sein, dass allein in Deutschland schätzungsweise 167 Millionen aussortierte Mobiltelefone mit ihrem immensen Rohstoffpotenzial in Schubladen enden?  Eine ganze Kobaltmine lagert dort ungenutzt.

Der WWF fordert, die finanzielle und regulatorische Unterstützung für Batterie- und Recyclingvorhaben im Rahmen des Critical Raw Materials Act mehr zu erhöhen als geplant. Zudem müssen deutlich mehr Projekte zu Rohstoffsubstitution oder Rohstoffeinsparung gefördert werden, insbesondere im Bereich der lithiumbasierten Batterien.“

Informationen zum UN-Report: Critical Minerals, Water Insecurity and Injustice

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Wiebke Elbe

Pressesprecherin

Agrarrohstoffe, Biodiversität und Bergbau / Berlin

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

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