Der heute veröffentlichte Value Gap Report 2026 der Circle Economy (Link) legt eine dramatisch teure Zahl auf den Tisch: 25,4 Billionen Euro Wertverlust – jedes Jahr. Das sind rund 31 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Anders gesagt: Von jedem dritten Euro, den die Weltwirtschaft erwirtschaftet, bleibt am Ende nichts übrig. Allein rund 10 Billionen Euro gehen verloren, weil Produkte viel zu früh im Müll landen, obwohl noch Wert in ihnen steckt.
Rebecca Tauer, WWF-Expertin für Kreislaufwirtschaft, sagt dazu: „Diese Zahlen sind ein ökonomischer Offenbarungseid. Unser heutiges Wirtschaftssystem zerstört systematisch Wert – und zwar in einem Ausmaß, das selbst im begrenzten Rahmen des BIP als Messegröße riesig ist. Kreislaufwirtschaft ist damit endgültig kein Umweltthema mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer heute noch linear produziert, wirft bares Geld weg. Der Report macht deutlich: Die vorzeitige Entsorgung von Produkten ist kein Zufall. Sie ist ins System eingebaut – durch Design, Fehlanreize und Verhalten. Genau hier müssen Politik und Wirtschaft ansetzen.
Für Deutschland heißt das: Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie muss endlich verbindlich umgesetzt werden – mit klaren Zielen zur Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs, wirksamen ökonomischen Instrumenten und einem echten Fokus auf Vermeidung, Langlebigkeit und Suffizienz. Die schwarz-rote Bundesregierung darf die NKWS nicht länger als Sammlung kurzfristiger Maßnahmen behandeln, sondern muss sie zum Kernstück ihrer Wirtschaftspolitik machen.
Und für Unternehmen gilt: Wer künftig wettbewerbsfähig bleiben will, muss Wertschöpfung neu denken – entlang von Langlebigkeit, Nutzung und Ressourceneffizienz statt linearem Durchsatz. Die Frage ist nicht mehr, wie viel wir produzieren, sondern wie viel Wert wir erhalten."