Berlin, 24.04.2026. Die Menge an Verpackungsmüll in Deutschland steigt und das, obwohl Gesetzte seit Jahren eine Reduzierung des Verpackungsmülls vorschreiben. Jetzt liegt mit dem Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) eine Novelle auf dem Tisch, die das ändern könnte. Doch der Kabinettsentwurf schöpft dieses Potenzial bisher nicht aus.
Zentrale Instrumente zur Abfallvermeidung und Mehrwegförderung, wie die Organisation für Reduzierungs- und Präventionsmaßnahmen und deren Finanzierung, wurden im Kabinettsbeschluss gestrichen. Der WWF Deutschland fordert den Bundestag deshalb auf, das Gesetz in der parlamentarischen Beratung grundlegend nachzubessern.
Vanessa Esslinger, Projektmanagerin Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland, sagt: „Das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz in seiner jetzigen Form wird die Verpackungsflut nicht stoppen. Wer Verpackungsabfälle wirklich reduzieren will, muss auf Vermeiden von Verpackungsabfällen und Stärken von Mehrwegsystemen setzen. Dafür braucht es verbindliche Strukturen. Bloße Absichtserklärungen werden nicht ausreichen und sind weder im Interesse der Umwelt noch der Wirtschaft. Der Bundestag hat jetzt die Möglichkeit, den Kurs zu korrigieren. Wir haben unsere Vorschläge auf den Tisch gelegt.“
Konkret fordert der WWF: Eine wirksame Koordinierungsstruktur für die Vermeidung von Verpackungsabfällen und den Ausbau der Mehrweg-Infrastruktur mit klaren Finanzierungsvorgaben im Rahmen des Paragrafen 59 zu verankern. Und, eine wirksame Ökomodulation, die zum Beispiel recyclinggerechtes Verpackungsdesign zielgerichtet belohnt. Im Zusammenspiel können diese Aspekte auch helfen, die nationale 70-Prozent-Mehrwegquote für Getränke zu erreichen.
Ein ambitioniertes VerpackDG ist aus Sicht des WWF auch deshalb sinnvoll, weil die Leitlinien der EU-Kommission zur EU-Verpackungsverordnung (PPWR) Verbundverpackungen mit einem Kunststoffanteil von bis zu fünf Prozent faktisch von bestehenden Verboten ausnehmen sollen. Das kritisiert der WWF, weil damit genau jene To-go-Becher und beschichteten Einwegverpackungen ausgenommen werden, die wir dringend reduzieren müssen, um Verpackungsmüll einzusparen.