Berlin, den 22.04.2026: Der Deutsche Bauernverband hat fundamentale Kritik an dem geplanten „Natürliche Infrastruktur-Stärkungsgesetz“ der schwarz-roten Bundesregierung geübt und deutlich gemacht, dass er das Gesetz rundweg ablehnt. Dazu sagt Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft beim WWF Deutschland:
„Von einer `Priorisierung´ des Naturschutzes, von dem der Bauernverband spricht, kann keine Rede sein. Zahlreiche laufende Gesetzesinitiativen zur Beschleunigung von Planungsprozessen und zum vermeintlichen Bürokratieabbau wie beispielsweise das Infrastruktur-Zukunftsgesetz drohen den Naturschutz derzeit massiv zu schwächen. Es ist mir ein Rätsel, wie die Bauern in Deutschland ohne intakte Natur zukünftig erfolgreich sein wollen, hängen ihre Erträge von Ökosystemleistungen wie gesunden Böden, sauberem Wasser und der Bestäubung durch Wildbienen ab. Das im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot vereinbarte „Natürliche Infrastruktur-Stärkungsgesetz“ ist da ein Gegengewicht, um Schlimmeres zu verhindern. Angesichts des Umstands, dass sich in Deutschland bereits zwei Drittel der natürlichen Lebensräume in schlechtem Zustand befinden, müssen Schutz und die Wiederherstellung höchste Priorität haben.“
Hintergrund:
Das geplante „Natürliche Infrastruktur-Stärkungsgesetz“ befindet sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Bundesministerien. Angesichts des zunehmenden Artenverlustes zielt der Gesetzentwurf darauf ab, die Natur, von der Mensch und Wirtschaft existenziell abhängen, besser zu schützen. Es sieht beispielsweise vor, die Ausweisung sogenannter Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die derzeit schon verpflichtend sind, wenn beispielsweise durch eine Baumaßnahme Natur geschädigt wird, zu verbessern und die Vernetzung solcher Ausgleichmaßnahmen in einem Biotopverbund zu erleichtern.