Deutschland muss deutlich mehr tun für die Abkehr von Fossilen

20.4.2026:  Die Abkehr von fossilen Energien ist ein zentraler Baustein der Energiewende und muss endlich entschlossen umgesetzt werden. Trotz ihrer Verankerung in den globalen Energiezielen der COP28 ist sie bislang das Ziel mit dem größten Umsetzungsdefizit. Auch die Bundesregierung muss weitere Maßnahmen ergreifen, um die internationalen Vereinbarungen zur Abkehr von fossilen Energien und der Verdreifachung der Erneuerbaren einzuhalten. Das fordert der WWF anlässlich der ersten internationalen Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien, die vom 24.-29. April im kolumbianischen Santa Marta stattfindet und gemeinsam von Kolumbien und den Niederlanden organsiert wird.

Auf der Klimakonferenz COP28 in Dubai hatte sich die internationale Staatengemeinschaft – inklusive Deutschland – auf die gerechte Abkehr von fossilen Energien geeinigt. Doch seither ist auch hierzulande zu wenig geschehen, um das Versprechen umzusetzen. Die Konferenz in Kolumbien kann und soll statt festgefahrener Verhandlungen endlich Raum für einen offenen Dialog geben und die Umsetzung beflügeln.

„Die Konferenz muss dazu beitragen, den fossilen Plänen der Bundesregierung den Riegel vorzuschieben. Während die Nutzung von Kohle, Öl und Gas uns immer teurer zu stehen kommt, planen Bundeskanzler Merz und CDU-Wirtschaftsministerin Reiche, fossile Strukturen für Jahrzehnte zu zementieren, auszubauen und weiter zu subventionieren. Das ist nicht nur verantwortungslos gegenüber den Menschen hierzulande und anderenorts, sondern auch ein Bruch früherer Zusagen“, sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland.

Erstmals bietet diese Konferenz Raum für einen offenen, realitätsnahen Dialog über Hindernisse und Ermöglichungsfaktoren des Ausstiegs aus fossilen Energien – von verlässlichen Fahrplänen über eine gerechte Transformation bis hin zu internationaler Zusammenarbeit und dem Abbau politischer und wirtschaftlicher Blockaden.  Dadurch kann sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas weltweit in die Tat umzusetzen. Eine “Koalition zur Umsetzung” für die internationale Zusammenarbeit beim fossilen Ausstieg wäre demnach eines der Ergebnisse, das die Konferenz in Santa Marta erbringen sollte.

Daneben sollte ein Report aufzeigen, wie die aktuelle Lücke beim Ausstieg geschlossen werden kann – dieser sollte in die Roadmap zur Abkehr von Fossilen einfließen, die bei der COP30 von Brasilien angekündigt wurde. Nicht zuletzt fordert der WWF konkrete nächste Schritte, damit ergänzend zu den UN-Klimaverhandlungen der Umsetzung ausreichend Raum gegeben wird.

Rund 50 teilweise sehr unterschiedliche Länder haben für die Konferenz ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch Deutschland, Norwegen und Kanada. Die teilnehmenden Nationen stehen für etwa ein Fünftel der globalen Produktion fossiler Energien und für rund ein Drittel des Verbrauchs. Die Konferenz kommt - zusätzlich zur Roadmap-Initiative der COP30 Präsidentschaft - als Antwort auf die enttäuschenden Ergebnisse der COP30 in Brasilien, in der kein Konsens für einen Fahrplan zum Ausstieg fossiler Energien erreicht werden konnte.

Kohle, Öl und Gas tragen mit 90 Prozent aller CO2-Emissionen maßgeblich zur Klimakrise bei und verursachen und verschärfen geopolitische Unsicherheiten und Krisen. Auf der COP28 hatten sich die Staaten auf die Abkehr von fossilen Energien, die Verdreifachung erneuerbarer Kapazitäten und die Verdopplung der Energieeffizienz geeinigt.

Hinweis:
Vertreter:innen des WWF werden in Santa Marta vor Ort sein und stehen für Interviews und Statements zur Verfügung.

Ein Policy Paper zur Konferenz finden Sie hier: https://wwfint.awsassets.panda.org/downloads/pdf_policy-paper_wwf-policy-brief-santa-marta_final_formatted.pdf

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Kontakt

Lea Vranicar

Pressesprecherin

Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

    Dürren, Überflutungen, Stürme: Immer häufiger und heftiger führt die Klimakrise zu Tod und Verwüstung. Mehr zur WWF-Klimaschutzarbeit