Berlin, 29.04.2026: Der Verlust tropischer Primärwälder ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen: Weltweit gingen 4,3 Millionen Hektar verloren – ein Rückgang um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie eine neue Auswertung des World Resources Institute (WRI) zeigt. Haupttreiber dieser Entwicklung ist Brasilien, wo die Zerstörung von Primärwaldflächen (ohne Brände) um 41 Prozent sank. Trotz dieses Fortschritts bleibt das Niveau enorm hoch: Die Zerstörung und Umwandlung von Wald liegt weiterhin deutlich über früheren Werten und entspricht rund elf Fußballfeldern pro Minute. Das internationale Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, ist noch immer außer Reichweite.
Peer Cyriacks, Programmleiter Wald beim WWF Deutschland:
„Der Rückgang der Entwaldung zeigt: Wenn der politische Wille da ist und entschlossen gehandelt wird, lassen sich Fortschritte erzielen. Trotzdem ist die Lage weiterhin extrem ernst – die Verluste sind noch immer viel zu hoch, und Erderhitzung sowie Brände drohen, die Erfolge schnell wieder zunichtezumachen. Darum brauchen wir klare und verbindliche Regeln entlang globaler Lieferketten. Die EU-Waldschutzverordnung (EUDR) ist dafür ein zentraler Hebel und eine große Chance. Umso wichtiger ist, dass die EU-Kommission ihren für morgen angekündigten Reformvorschlag nicht zur Verwässerung nutzt. Eine starke, konsequent umgesetzte EUDR kann im Kampf gegen die globale Entwaldung viel bewegen. Klimastabilität, Ernährungssicherheit und die Bewahrung der Artenvielfalt können wir nur mit dem Schutz der Wälder erreichen.“
Hintergrund EUDR:
Die EU-Waldschutzverordnung zielt darauf ab, den Import und die Vermarktung von Produkten zu stoppen, die mit Entwaldung und Waldschädigung in Verbindung stehen (Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee, Rindfleisch, Leder, Kautschuk und Holzprodukte). Wie jüngste Analysen zeigen, gehen allein durch den EU-Konsum weltweit jedes Jahr rund 50 Millionen Bäume verloren. Durch eine konsequente Umsetzung der EUDR würden Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen vermieden werden.