EU-Kommission plant Kahlschlag bei europäischer Umwelt- und Naturschutzgesetzgebung

Brüssel/Berlin, 02.02.2026: Die EU-Kommission schwächt auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze. Die Prozesse und Verhandlungen dazu finden weitestgehend ohne Einbindung der Öffentlichkeit statt. Das spiegeln auch aktuelle Umfrageergebnisse aus Deutschland wider: Nicht einmal jede:r Siebte fühlt sich gut darüber informiert, was derzeit in der EU aktuell zu Umwelt- und Naturschutzgesetzen entschieden wird. Das europaweite Bündnis #HandsOffNature will das ändern. Ab dem 02. Februar startet eine europaweite Petition, mit der auf die aktuellen Attacken auf den europäischen Umwelt- und Naturschutz aufmerksam gemacht wird. Die Kampagne wird koordiniert von WWF, BirdLife, Client Earth und dem European Environmental Bureau (EEB).

„Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus wird Europas jahrzehntelag bewährte Umweltschutzgesetzgebung gezielt geschreddert. Dabei profitieren wir alle von guter Luft, intakter Natur und sauberem Trinkwasser. Mit #HandsOffNature wollen wir europaweit Menschen informieren und gegen den drohenden Kahlschlag mobilisieren“, sagt Ska Keller, zuständig für Europa-Politik beim WWF Deutschland.

Mit dem Umwelt-Omnibus will die EU-Kommission unter anderem Verwässerungen bei der Industrieemissionsrichtlinie, bei Planungs- und Genehmigungsverfahren und bei der Herstellerverantwortung durchsetzen. Zusätzlich sägt sie an der Wasserrahmenrichtlinie, der Nitratrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

„Die Stabilität unserer europäischen Wirtschaft und unserer Gesellschaften hängt massiv mit ab von gesunden Wäldern, Meeren, Böden oder Flüssen. Dank der europäischen Umweltgesetzgebung sind in den letzten Jahrzehnten viele Fortschritte erreicht worden und unsere Umwelt ist sauberer geworden. Das Erreichte sollte die EU-Kommission nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagt Keller.

Mehr Infos zu #HandsOffNature und der Petition:

Hände weg vom Naturschutz! | WWF

https://handsoffnature.eu/

Infos zur Umfrage durch Civey:

Das Meinungsforschungsunternehmens Civey hat für den WWF Deutschland vom 22. bis 26.1.2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. 59 Prozent der Befragten fühlen sich schlecht oder sehr schlecht darüber informiert, was aktuell in der EU zu Umwelt- und Naturschutzgesetzen entschieden wird. 75 Prozent ist der Schutz von Natur und Umwelt allgemein wichtig oder sehr wichtig. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5-2,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis.

 

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  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

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