Südafrika meldet Rückgang der Nashorn-Wilderei um 16 Prozent / Verdopplung im Kruger-Nationalpark

Berlin, 12.02.2026: Die Wilderei auf Nashörner ist in Südafrika im vergangenen Jahr um 16 Prozent zurückgegangen. Das hat das südafrikanische Umweltministerium diese Woche bekanntgegeben. In dem Land mit der mit Abstand größten Nashorn-Population (mit 70-80 Prozent der weltweit verbliebenen Tiere) wurden in 2025 352 Individuen getötet – ein Jahr zuvor waren es noch 420 gewesen. Der WWF begrüßt die Entwicklung als Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen von Regierung, Privatwirtschaft, Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen.

„Der Rückgang der Wilderei ist ermutigend und unterstreicht, dass der Einsatz für den Nashorn-Schutz wirkt. Zu den entscheidenden Maßnahmen zählen ein nationales Enthornungsprogramm, die intensivere Verfolgung der organisierten Kriminalität und ihrer Netzwerke als auch verbesserter Schutz und Patrouillen in den Nashorn-Gebieten. Gleichzeitig bleibt der Druck auf die Tiere hoch. Nashörner bleiben eine bedrohte Spezies und der Erfolg von heute kann sich schnell in die Katastrophe von morgen verwandeln, wenn wir die Anstrengungen zurückfahren. Die Erfahrungen zeigen: Die Wildtiermafia ist schnell und fällt überall ein, wo sich eine Gelegenheit bietet“, betont Dr. William Crosmary, Afrika-Referent beim WWF Deutschland.

Wie rasant sich die Situation ändern kann, zeigt das Beispiel Kruger-Nationalpark. Gegen den nationalen Trend hat sich die Zahl der gewilderten Nashörner in dem weltbekannten Park innerhalb eines Jahres von 88 auf 174 nahezu verdoppelt. Laut WWF haben die Wildereibanden ihr Geschäft in den Kruger-Park verlagert, da die Schutzmaßnahmen anderswo – insbesondere im wichtigen Nashorn-Habitat KwaZulu-Natal – erhöht wurden. Die enorme Größe des Gebiets und die durchlässige Grenze zu Mosambik machen den Nationalpark zu einem neuen Hotspot für Wilderer.  

Um den positiven Trend der letzten Jahre fortzusetzen, fordert der WWF verstärkte Ressourcen für Patrouillen, bessere Kooperationen zwischen Parks und Privatreservaten sowie eine bessere Verfolgung der international vernetzten Wildtiermafia. Der illegale Handel mit Nashorn-Hörnern wird hauptsächlich durch Nachfrage in Asien, vor allem in China und Vietnam, angetrieben, wo sie als Statussymbol gelten und in der traditionellen Medizin verwendet werden. Einen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit des Horns, das wie menschliche Fingernägel aus Keratin besteht, gibt es nicht.

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Pressesprecher

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