Zum Tag des Artenschutzes (03. März): EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssen Abbau von Umwelt- und Naturschutzgesetzen stoppen

  • EU-Kommission sägt unter anderem an Wasserrahmenrichtlinie und EUDR
  • Bis zu 36 Prozent der EU-Bruttowertschöpfung und rund 75 Prozent der Bankkredite im Euroraum hängen von funktionierenden Ökosystemen ab

Berlin, den 01.03.2026: Zum Tag des Artenschutzes am 3. März fordert die Umweltorganisation WWF die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten der EU auf, den Abbau von Umwelt- und Naturschutzgesetzen zu stoppen. Aktuell schwächt die EU-Kommission auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze, die für den Artenschutz und die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidend sind. „Die Stabilität unserer europäischen Wirtschaft hängt massiv mit ab von stabilen und artenreichen Ökosystemen, gesunden Wäldern, Meeren, Böden oder Flüssen. Wir müssen also Natur und Arten schützen, statt sie zu zerstören und auszurotten“, sagt Ska Keller, zuständig für Europa-Politik beim WWF Deutschland.

Mit dem Umwelt-Omnibus will die EU-Kommission unter anderem Verwässerungen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren durchsetzen. Zusätzlich sägt sie an der Wasserrahmenrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Dabei sind stabile und artenreiche Ökosysteme Europas wirtschaftliches Faustpfand: Bis zu 36 Prozent der Bruttowertschöpfung in der EU hängen in erheblichem Maß von der Natur ab. Die Europäische Zentralbank schätzt, dass nahezu 75 Prozent aller Bankkredite im Euroraum an Unternehmen vergeben werden, die stark von mindestens einer Ökosystemleistung abhängig sind.

Die EU-Kommission schwächt auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze. Die Prozesse und Verhandlungen dazu finden weitestgehend ohne Öffentlichkeit statt. Das europaweite Bündnis #HandsOffNature will dies ändern und hat eine europaweite Petition gestartet, mit der auf die aktuellen Attacken auf den europäischen Umwelt- und Naturschutz aufmerksam gemacht wird. Mehr Informationen unter: https://mitmachen.wwf.de/hands-off

Die EU-Kommission hat für die erste Jahreshälfte eine Überarbeitung der Wasserrahmenrichtline und der Waldschutzverordnung angekündigt. Sie will auch die EU-FFH-Richtlinie und die EU-Vogelschutz-Richtlinie überprüfen – was im aktuellen politischen Klima auf geplante Abschwächungen schließen lässt.  

Die UN-Konvention des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES hat den 3. März als Tag des Artenschutzes ausgerufen, um auf die Bedeutung von Wildtieren für den Menschen und ihren Wert für nachhaltige Entwicklung hinzuweisen. Laut Living Planet Report des WWF haben sich die untersuchten Wirbeltierbestände in den vergangenen 50 Jahren durch Agieren des Menschen weltweit um durchschnittlich 73 Prozent dezimiert. In Europa sind über 80 Prozent der natürlichen Lebensräume in schlechtem Zustand. Auch Europas Wasserressourcen stehen stark unter Druck: Wasserstress betrifft derzeit 30 Prozent der Fläche Europas und 34 Prozent der Bevölkerung. Nur 37 Prozent der Oberflächengewässer Europas erreichen einen guten ökologischen Zustand, so die Zahlen der Europäischen Umweltbehörde.

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Kontakt

Wiebke Elbe

Pressesprecherin

Agrarrohstoffe, Biodiversität und Bergbau / Berlin

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz