Das neue Jahr muss Fortschritt bringen

Berlin, 7.1.2026: Die Treibhausgasemissionen aus den Sektoren Verkehr und Gebäude sind im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht aus Daten der Denkfabrik Agora Energiewende hervor, die an diesem Mittwoch veröffentlicht wurden. Demnach sanken die Emissionen 2025 insgesamt nur um 9 Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zum Vorjahr – und das zum Teil auch nur wegen Produktionsrückgängen. Strukturelle Änderungen, die Klimaschutz und Wirtschaft gleichzeitig voranbringen, bleiben aus.

Dazu sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland:

„Fast ein Jahr ist seit der Wahl vergangen und die Regierung antwortet auf eine der größten Krisen unserer Zeit mit Rück- statt Fortschritten. Wir brauchen kein Roll-back bei Verbrenner-Aus und Heizungsgesetz, sondern ein Build-on: Maßnahmen für einen zukunftsfähigen Verkehrs- und Gebäudesektor müssen ausgeweitet werden, statt eingedampft. Die Bundesregierung verharmlost die Konsequenzen dieser fossilen Roll-backs: Kostensteigerungen, weniger Resilienz und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit in Zukunftsbranchen. Mit dem Klimaschutzprogramm, das die Bundesregierung laut Gesetz bis März vorlegen muss, bietet sich ihr ein perfekter Handlungsrahmen, jetzt umzulenken: Richtig ausgestaltet kann es Deutschland auf Kurs bringen, indem es den Übergang zu zukunftsfesteren Technologien wie E-Autos und Wärmepumpen fördert und Menschen vor den Gefahren und Kosten fossiler Energien schützt. Ein besserer öffentlicher Nah- und Fernverkehr, der Ausbau von Wärmenetzen, mehr Sanierungen insbesondere der besonders schlecht gedämmten Häuser, mehr Strom aus Erneuerbaren statt aus Kohle, Öl und Gas: All das und mehr sollte sich die Regierung auf ihre Aufgabenliste für das neue Jahr schreiben und zeitnah mit Häkchen versehen. Denn nur so ist ihre Politik fortschrittsgewandt statt rückschrittlich. Und: All das funktioniert nicht ohne die finanziellen Mittel. Wenn über Haushalte entschieden wird, muss Zukunftsfähigkeit der Maßstab sein.“

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Lea Vranicar

Pressesprecherin

Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

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